Vadim 17

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  Kapitel 7  

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Wann ist ein Mensch ein Ketzer? ~ Über Wahrheit und Wiedergeburt ~ Pantheismus oder Deismus? ~ Glaube ist das Gesetz der Entwicklung der Seele. ~ Über Schicksal und Bestimmung ~ Die Seele inkarniert nur in menschliche Körper. ~ Nicht rechtschaffene, versteckte Absichten pflastern den Weg in die Hölle. ~ Der Mensch hat ein Bewusstseinsfeld, das sich von ihm ausbreitet. ~ Auf Glaube folgt Erkenntnis. ~ Der Mensch findet das Göttliche intuitiv durch seine Gefühlswelt. ~ Über Ketzerei ~ Warum gibt es dann nicht nur eine Religion und entsprechend nur eine Wahrheit? ~ Wie kann der Mensch seine Dogmen korrigieren? ~ Nennt euch nicht Meister oder Lehrer!


1. Hier Fragmente der Gespräche des Lehrers mit Gläubigen christlicher Konfessionen im Internet im April – Mai. Wo Er sich nicht beeilte, offen über Sich Selbst zu sprechen.

2. „Also, in welchem Fall müssen wir einen Menschen für einen Ketzer halten und den Kontakt mit ihm einstellen?“ – lautete eine Frage, die auf dem Forum gestellt wurde.

3. „Ich denke, dass jedes Verwenden so eines oder eines ähnlichen Ausdruckes in erster Linie zu einer nicht zulässigen Verurteilung gehört. Ein Mensch denkt immer ausschließlich gemäß seinen Möglichkeiten. Ist es überhaupt vernünftig, einen Menschen für seine Unfähigkeit, anders wahrzunehmen und zu verstehen, zu verurteilen?

4. Ich meine, dass jeder schöpferische Fehler in dem Streben, etwas gemäß der Wahrheit zu tun, Gott immer gelegen ist. Und was Ihm nicht gelegen ist, ist nur das bewusste Streben, gegen die im Innern bestehende Empfindung und gegen das Begreifen gewisser Regeln, die die Wahrheit voraussetzen, zu handeln.

5. Kommunizieren und beliebig Gutes tun soll man mit jedem, der dasselbe wünscht, unabhängig davon, wie dieser Mensch über das Göttliche denkt. Denn nur die eigenen Taten sind die beste Möglichkeit, dem Nächsten bei der Erkenntnis zu helfen.

6. Ich denke, dass sich vor allem in den Handlungen die geistige Reife äußert, nicht aber in Redegewandtheit.

7. Wenn Gott die Sonne gleichermaßen auf alle scheinen und den Regen auf den Rechtschaffenen als auch auf den Sünder herabregnen lässt, ist es denn dann für all die Menschen überhaupt zulässig, solch eine Aufgabe irgendwie anders zu handhaben?“

8. „Sie haben geschrieben: "Unter der Wahrheit wird auf natürliche Weise ein gewisses unerschütterliches Gesetz der günstigsten Entwicklung verstanden..." Der günstigsten Entwicklung der Zivilisation?“

9. „Der Entwicklung von allem Bestehenden, wo eine jede Erscheinung innerhalb dieses Bestehenden ihr eigenes charakteristisches Gesetz der Entwicklung hat, welches aber dem einheitlichen Gesetz der Entwicklung des Seins unbedingt untergeordnet ist.“

10. „Sie schrieben: "...der Mensch musste sich vor allem durch seine persönliche Erfahrung allmählich dem richtigen Begreifen der Wahrheit seiner harmonischen Entwicklung nähern..." Ich kann annehmen, dass so eine Erfahrung bezüglich des richtigen Begreifens auch einen rückwirkenden Effekt ergeben kann.“

11. „Absolut richtig. Das Wesen des Menschen erhielt von Anfang an eine besondere Einzigartigkeit und eine entsprechende Schwierigkeit der Entwicklungsbedingungen, wodurch der Mensch anfing, ziemlich stark dazu zu neigen, in eine der Wahrheit entgegengesetzte Richtung zu rutschen.

12. Aber, wie man diese Wahrscheinlichkeit auch bestreiten mag, so hat doch der Mensch, das erlaube ich mir zu denken, die Möglichkeit, mehrmals in einen neuen Körper zurückzukehren. In diesem Geheimnis liegt eine besondere lebenswichtige Zweckmäßigkeit – wenn seine Seele mit der sich beständig ansammelnden Erfahrung nach dem Wissen des Himmlischen Vaters wieder inkarnieren kann, und gerade in solche Umstände hinein, die beim Erwerb der notwendigen Erfahrung unvermeidlich nützlich sein werden.

13. Und in der menschlichen Gesellschaft gibt es durchaus ausreichende Erziehungsumstände verschiedener Art.“

14. „Es ist wohl kaum festzustellen, dass wir seit der Zeit, als unsere Vorfahren aus dem Paradies fortgejagt wurden, uns durch den Erwerb von Erfahrung auch nur ein wenig der Wahrheit angenähert hätten.“

15. „Na, das ist schon zu heftig formuliert. Damit bin ich doch nicht einverstanden. Wenn auch einer eben nicht kleinen Anzahl von Menschen die Fähigkeit zu töten und zu zerstören immer noch eigen ist, so, prozentual gesehen, denke ich, sind es viel weniger, als in der fernen Vergangenheit.“

16. „Dies alles wäre nicht schlecht, aber, wie man weiß, schläft das Böse nicht. Und will bestimmt auch das Vertrauen des Menschen gegenüber neuer Information benutzen.“

17. „Natürlich doch. Aber nur durch seine eigene Erfahrung kann der Mensch Weisheit erwerben. Das ist ein normaler Umstand, davor soll man nicht in panische Angst geraten. Denn die Lebensumstände mit allen wahrscheinlichen Versuchungen werden im Voraus beim Bestimmen der für die Entwicklung eines konkreten Menschen günstigsten Bedingungen seiner Inkarnation berücksichtigt.

18. Darum, wenn man schon dem Himmlischen Vater glaubt, so bleibt nur, für alles, was den Menschen umgibt, dankbar zu sein.

19. Die Lebensbedingungen, die den einen oder anderen Menschen umgeben, sind das Allerbeste, was gerade dieser Mensch für den Erwerb der notwendigen Eigenschaften und der geistigen Kraft braucht. Alle anderen Bedingungen wären nur schlechter.“

20. „Führt jemand die Materie, oder ist die Materie vernünftig. Pantheismus oder Deismus?“

21. „Die Welt der Materie braucht gar keine Führung. Als die Erschaffung des dem menschlichen Bewusstsein verständlichen Urstoffes dieser Welt begann, wurde das Gesetz der endlosen Entfaltung dieser Welt mit ihren immer komplizierter werdenden Formen, was die Informationsstruktur der Formen betrifft, eingegeben.

22. Dieses Gesetz ist dadurch gekennzeichnet, dass alles von ihm Abweichende unvermeidlich in den Prozess der Selbstzerstörung gerät, wenn es nicht innerhalb einer bestimmten Zeitperiode in die nötigen Normen eingehen kann.

23. Das Bild dieses, auf seine Art herzlosen Gesetzes wurde im Alten Testament mit dem Ausdruck "Auge um Auge" widergespiegelt.“

24. „Und kann es sein, dass es gar keinen Glauben gibt? Meinen Sie, dass die Apostel geglaubt haben? Doch wohl nicht, denn sie wussten genau, dass er Jesus war... Glaube ist das, womit sich der Mensch begnügt, wenn er keine wahrheitsgetreue Information hat.“

25. „Die ersten Schüler wussten natürlich, dass es so einen Menschen mit dem bestimmten Namen gab. Aber das wussten auch alle Einwohner des kleinen Ortes, wo Er zur Welt kam. Die Schüler unterschieden sich dadurch, dass sie daran glaubten, dass ihr Lehrer das verkörperte Wort Gottes war. Dies konnten sie in keiner Weise wissen.

26. Und wenn es aus objektiven Gründen im Prinzip auch keinesfalls gelingen wird, das Wesen Gottes mit dem menschlichen Bewusstsein zu erfassen, so zeitigt das auch naturgemäß die absolute Unmöglichkeit, auch alles von Ihm Ausgehende mit selbigem Bewusstsein zu erfahren.

27. All dies wird nur durch den Glauben wahrgenommen, und durch die persönliche Erfahrung wird dieser Glaube bis zu dem Zustand hin verstärkt, wo er in seiner Qualität dem Wissen ähnlich wird, aber das wird nicht ein- und dasselbe sein.

28. Das Leben des Menschen baut sich beständig auf dem Nichtvorhandensein genauer Kenntnisse auf, ebenso wie auch die oben angeführte Aussage sich nur auf eine Annahme bezieht, nicht aber auf Wissen. Der Mensch macht seine Schritte im persönlichen Vertrauen seinen eigenen Schlussfolgerungen gegenüber, und Vertrauen ist eine Gefühlserscheinung.

29. Das Vertrauen wird durch die Gefühlsneigung gegenüber einer bestimmten Information geprägt. Das macht einen sehr wichtigen Teil in der Entwicklung des Menschen aus, obwohl sich daraus auch eine nicht geringe Schwierigkeit ergibt. Diese Besonderheit ist keinem Vertreter des Verstandes im Weltall eigen, außer dem Menschen.

30. Also, Glaube setzt nicht nur den begrenzten Vergleich mit einer religiösen Schattierung voraus. Der Glaube ist das Gesetz der Entwicklung der menschlichen Seele, die mit der naturgegebenen Gefühlswelt des biologischen Organismus sehr eng verbunden ist.

31. Und es ist äußerst wichtig, dieses Gesetz richtig zu verstehen, besonders zu unserer Zeit, die, wie ich sehe, das Schicksal der ganzen menschlichen Gesellschaft entscheidet.“

32. „Hier entsteht sofort die Frage über Vorherbestimmung. Jedem Menschen, einzeln genommen, wird seine Entwicklung vorherbestimmt, und ist es ihm (dem Menschen) nicht möglich, etwas zu ändern?“

33. „Vorherbestimmt ist der Entwicklungscharakter selbst und das Ziel, weswegen der Mensch mit seinen einzigartigen Eigenschaften der Gefühlswelt geboren wird.

34. Ich denke, es ist sinnlos vorauszusetzen, dass der Mensch geschaffen wurde, um untätig zu sein. Der Mensch wurde für eine wunderbare Vorherbestimmung geschaffen, die auf die Unendlichkeit in Zeit und Raum berechnet ist.

35. Aber die eigentlichen täglichen Schritte beziehen sich nicht auf die Vorherbestimmung in dem Sinne, dass sie (die Vorherbestimmung) unveränderlich wäre.

36. Von dem Moment der Geburt an sind die wahrscheinlichsten Bemühungen, die ein Mensch unternehmen kann, aber nicht unternehmen muss, durchaus zu sehen.

37. Die größte Wahrscheinlichkeit basiert auf der zusammen mit der Geburt des Menschen erschienenen Charakteristik seiner Psyche, sowie seinen körperlichen und verstandesmäßigen Eigenschaften und auch ähnlicher Eigenschaften aller Menschen, auf die er treffen wird.

38. Aber das ist die Veranlagung, die der Mensch eben dank bewusster Willenskraft in die notwendige Richtung ändern muss.“

39. „Sie haben geschrieben: "Der Mensch hat doch, so erlaube ich mir zu denken, die Möglichkeit, mehrmals in einen neuen Körper zurückzukehren." Dies scheint das Konzept des Buddhismus zu sein...“

40. „Nicht ganz so. An diese Vorstellung über die mehrmalige Rückkehr des Menschen in einen neuen Körper begannen einst nicht nur die Hindus, sondern auch die Israeliten zu glauben. Nur ihre Deutungen dieser Idee haben einen primitiven Charakter.

41. Zum Beispiel: Die Seele des Menschen wird in Wirklichkeit nie in irgendwelche anderen Körper, außer den menschlichen, inkarnieren, da es in der Seele ein besonderes schöpferisches Prinzip gibt, für dessen Entwicklung auch besondere Eigenschaften des Verstandes nötig sind. Und wie oft auch die Seele sich zu Erziehungszwecken in verschiedene Körper von Tieren und Pflanzen inkarnieren würde, sie könnte sich im Prinzip überhaupt nicht entwickeln.

42. In Bezug auf die Idee über die Möglichkeit, aufs Neue verkörpert zu werden, muss man besonders aufmerksam und vernünftig sein. Wenn man diese Vorstellung vorschnell unbegründet verneinen würde, so könnten Atheisten durchaus in angebrachter Weise anfangen, die Gerechtigkeit des Werkes Gottes anzuzweifeln.

43. Wenn jeder Mensch nach dem Willen Gottes geschaffen wird, aber nur einmal lebt, wofür dann lässt man den Menschen in jenen sozialen Bedingungen zur Welt kommen, wo er grundsätzlich auf keine Weise zum Beispiel wenigstens der christlichen Glaubenslehre folgen kann?

44. Also, von den Standpunkten des Christentums aus kann man durchaus derart denken, dass diese Menschen für ihr unvermeidliches Zugrundegehen auf die Welt gekommen sind. Und wenn nicht, dann ist es möglich, sich im Hinblick auf die Wirklichkeit mit beliebigen ideologischen Sichtweisen zu retten.

45. Ist es nicht etwa vernünftiger anzunehmen, dass einige wertvolle Teile eines Schlüssels zu gleichen Bedingungen an die verschiedenen Völker verteilt wurden, wo sie sich in ihren, nur sie kennzeichnenden Glaubenslehren als entsprechende Gedankenbilder widerspiegelten? Um später, wenn die Wahrheit der Entwicklung, die berufen ist, sie in das einheitliche geistige Reich der Gleichgläubigen zu vereinen, bei weitem voller geöffnet werden muss, so können sie alle zu Beginn zumindest etwas Nahes von ihren früher bestehenden Ansichten erkennen.

46. Ich denke, dies kann durchaus zur Liebe Gottes gegenüber seinen Kindern, die Er gleichermaßen liebt, passen.“

47. „Mit wohlmeinenden Absichten, das wissen Sie ja selber, wohin solch gepflasterter Weg führt“ – so das Zitat aus einer Äußerung eines Opponenten.

48. „Aber wenn das so ist, und der Tat immer die Absicht vorangeht, so müssen Sie das Bedürfnis anerkennen, die anderen dazu aufzurufen, dass Sie auf keine Weise etwas Wohltätiges beabsichtigen, dass Sie keinerlei Vorsatz äußern, Gutes zu schaffen.

49. Mit einer gut gemeinten Absicht, was nicht nur einen laut geäußerten Gedanken voraussetzt, sondern vor allem auch einen Gefühlswunsch und ein Bedürfnis, kann man grundsätzlich nicht den Weg in die Hölle pflastern.

50. So ein Weg wird nur durch nicht rechtschaffene, vom Menschen versteckte Absichten gepflastert, die er aber laut oder sonst noch irgendwie als offensichtlich schöne Gedankenlosungen äußert.“

51. „Eine Vorahnung kann man kaum als eine Gefühlsreaktion bezeichnen. Dabei handelt es sich eher um die Ebene des Geistes...“ – so der Teil einiger Gedanken eines Opponenten zu dem berührten Thema.

52. „Das meine ich auch so, aber nur etwas anders. Bei gekürzter Betrachtung kann man vor allem erwähnen, dass die gesamte Welt der Materie eine in unterschiedlicher Qualität erschienene Information ist. Jedes einzelne Objekt hat sein Bewusstseinsfeld, das sich auf eine bestimmte Entfernung um es herum ausbreitet.

53. So hat auch der Mensch sein Bewusstseinsfeld, das sich, abhängig von der geistigen Entwicklung, immer weiter von ihm selbst aus gesehen, ausbreitet. Und wenn dieses Feld ein anderes berührt, so lesen diese Felder die Information voneinander ab. Wodurch der Mensch sozusagen intuitiv das Vorhandensein von etwas wahrnimmt, was er mit seinen Seh-, Hör- und Verstandesorganen noch nicht fixiert“, kommentierte der Lehrer.

54. „...Jeder Mensch, der den Sinn des Lebens sucht... wird das, was er erblickt, annehmen. Und trotzdem wiederhole ich: Der Glaube – ist das unbegründete Vertrauen gegenüber einem nicht überprüfbaren Lehrer. Falls Sie wahrhaftig glauben – so ist das bloß ein Glücksfall!“ – so reflektierte ein Teilnehmer des Forums.

55. „Diese Schlussfolgerungen sind absolut richtig, aber im Weiteren hat man zu verstehen, dass dieser Umstand auf natürliche Weise dem vorangeht, wo im Menschen geistige Reife entsteht und ein Glaube von noch größerer Qualität. Es kann durchaus viele solche Stufen geben.

56. Zuerst vertraut der Mensch etwas, und dies ist nur anhand einer bestimmten Gefühlsneigung gegenüber irgendeiner jetzt noch nicht ausreichend verständlichen Information möglich, was, das erlaube ich mir zu sagen, schon nicht mehr unbegründet ist, und dann beginnt die Periode der Erkenntnis bezüglich dieser neuen Information mittels eigener Erfahrung.

57. Diese Erfahrung wird unvermeidlich helfen, das Notwendige zu verstehen und wird den Menschen weiterführen, wenn es schon irgendeine Information von höherem Niveau auf der Erde gibt, die imstande ist, noch weiter zu führen.“

58. „Aber trotzdem umherirren, sich aber nicht unbegründet mit dem Erreichten zufrieden geben!“

59. „Ich meine, dass das Herumirren nach ein- und demselben Prinzip vor sich geht wie das Stehenbleiben auf einer Stelle. Und die Wurzel jedes Voranschreitens des Menschen ist immer vor allem irgendein Vertrauen zu etwas, was als interessant verspürt wird, was aber noch nicht genug verständlich ist und vielleicht erst begriffen wird, wenn man in diese noch unbekannte Richtung geht.“

60. „Sie haben geschrieben: "Und wenn es aus objektiven Gründen im Prinzip auf keine Weise gelingen wird, das Wesen Gottes mit dem menschlichen Bewusstsein zu erkennen..." Aus objektiven Gründen? Es sei denn deswegen, weil Gott sich vor uns versteckt und nicht zulässt, Ihn zu erkennen. So haben sich auch die gläubigen Menschen, die sich ein Argument zu ihrem Nutzen ausdenken wollen, ausgedacht, dass Gott auch theoretisch nicht zu erkennen ist.“

61. „Man hat sich das nicht deshalb ausgedacht, weil es vorteilhaft sein könnte, sondern deshalb, weil man wirklich nichts zu dieser Thematik sagen kann. Obwohl ich diesen Umstand vor allem als nachteilig bezeichnen würde.

62. Der Mensch ist fähig, grundsätzlich nur das zu begreifen, was dem Wesen der Qualität nach der Energie-Informationsbasis ähnlich ist, aus welcher das Bewusstseinsfeld selbst besteht.

63. Die Seele des Menschen hat eine grundsätzlich andere Energie-Informationsbasis, so auch umso mehr Derjenige, Der sie erschaffen hat.

64. Diese einzigartigen Besonderheiten des Wesens des Himmlischen Vaters und des Wesens der Seele sind in ihrer Art verwandt. Was dazu berufen ist, dem Menschen zu ermöglichen, eben vor allem durch seine Gefühlswelt das Göttliche intuitiv zu finden, und gerade damit wurde der Glaube in der Entwicklung des Menschen grundlegend.“

65. „...Ich kann so ein Kriterium für Ketzerei vorschlagen. So, wie ein guter Musiker eine falsche Note im Orchester sofort heraushört, so erkennt auch ein Mensch, der ein reines Leben führt, eine moralische Minderwertigkeit oder eine theologische Lüge“ - so das Zitat aus einer Äußerung, das zum Thema der Ketzerei zurückführt.

66. „Ich meine, dass bei einer solchen Schlussfolgerung eine bestimmte Gefahr besteht.

67. Erstens, wer unter den Gläubigen, die die Demut begreifen, wird überhaupt so mutig sein, sogar anzunehmen, dass er rein genug ist für eine richtige Einschätzung einer falschen Information? Selbst die Tatsache solch einer Annahme spricht ausschließlich über geistige Unreife.

68. Zweitens ist es überhaupt nicht korrekt, den Begriff 'Ketzerei' zu verwenden. Denn dieser Begriff meint damit vor allem das freie Denken, das dem Menschen erlaubt, ohne weiteres über Themen, deren bestehende und festgelegte Erklärung ihn nicht mehr befriedigt, zu reflektieren.

69. Und die Möglichkeit, andere Deutungen von etwas aufzustellen, besteht nur in zwei Fällen: wenn man sich bewusst bemüht, Schaden zu bringen, indem man absichtlich die Lüge erzeugt, und wenn man wirklich aufrichtig beginnt, etwas Interessanteres als die existierende Ansicht zu sehen und zu verstehen.

70. Das Letztere entspricht der Norm der fortschrittlichen Entwicklung. Das zu verneinen, wird äußerst unklug sein.

71. Eben verbunden mit der Angst vor in erster Linie negativen Folgen wurde auch ein unkluges Verbot des freien Denkens bezüglich geistiger Themen erdacht. Wodurch später die Scheiterhaufen in Flammen aufgingen und die anderen gewaltigen Entstellungen seitens der Kirchendiener zum Zweck der Beseitigung Andersdenkender entstanden.

72. Wenn man den Begriff 'Ketzerei' für wahrhaftig hält, dann kann man im Weiteren getrost das einst von der Kirche allgemein festgesetzte Dogma über die flache Erde und anderes in der selben Weise feststellen.“

73. „Öffentlich die Ketzerei als Ketzerei zu benennen, kann nur das Konzil, die Gesamtheit der Menschen des reinen Lebens. Denn wenn sie alle gleich etwas als Unwahrheit verspüren, so handelt es sich dabei wahrscheinlich auch um Unwahrheit. Können etwa die durch Reue gereinigten Herzen betrügen?“

74. „In diesem Fall möchte ich Sie vor allem an Ihre eigene Behauptung erinnern: "Ja, falsche Konzile hat es gegeben."

75. Durch Reue gereinigte Herzen können wirklich nicht zielstrebig betrügen, aber man kann auch unbewusst betrügen, allein dadurch, dass man nicht alles weiß.

76. Oder meinen Sie, dass solche Reinen im fehlerlosen Bestimmen alles Göttlichen Gott gleich sind? Denn wenn Fehlerlosigkeit beim Bestimmen des Göttlichen nicht anerkannt wird, so ist es folglich absolut unvernünftig, die Fehlerlosigkeit beim Bestimmen dessen, was sich nicht auf das Göttliche bezieht, festzusetzen.“

77. „...man hat nicht aufgrund eines Gedankens, der in den Kopf geflogen kam, gehandelt, sondern indem man sich wiederum auf die Erfahrung der Vorherigen im Glauben Eifrigen gestützt hat...“ – so das Zitat aus einer Äußerung einer der Teilnehmer des Forums.

78. „So, wenn an die Fehlerlosigkeit Ihrer Erfahrung geglaubt wird, obwohl Sie selbst Ihre Erfahrung, so denke ich, für nicht fehlerlos hielten“, kommentierte der Lehrer.

79. „Und in Wirklichkeit gibt es eine Menge von Religionen und Sekten, und kaum jemand wird mit den Jahren reifer. Zumindest, um die Existenz anderer Religionen zu bemerken...“

80. „Ich stimme dem zu, aber nur mit dem, dass die erwartete, massenhaft erscheinende Reife wirklich nicht einfach zu bemerken ist. Am besten sind solche Erscheinungen nur an separaten Persönlichkeiten zu erkennen. Meine Lebenserfahrung lässt mich dies in der Realität sehen.

81. So eine notwendige Erscheinung in den Äußerungen des Menschen beginnt erst, sich irgendwie in die notwendige Richtung zu aktivieren. Ich bin überzeugt, dass viele ziemlich bald den Wert selbstständiger Überlegungen zu einem beliebigen Thema erkennen können.

82. Die Unpässlichkeit dessen, dass jeder Mensch mutig versuchen kann, selbstständig zu denken - das ist schon eine Erscheinung, die unwiderruflich verschwindet. Sie wird sich aus Gewohnheit nur im religiösen Milieu etwas länger erhalten.“

83. „Sie haben geschrieben: "...auf irgendeinem Vertrauen zu etwas, was als interessant verspürt wird, was aber noch nicht genug verständlich ist und dann zu begreifen ist, wenn man in diese noch unbekannte Richtung geht."

84. Aber kann das überhaupt begriffen werden? Wenn man sogar in diese Richtung geht. Und wiederum, warum gibt es dann nicht nur eine Religion und entsprechend nur eine Wahrheit, sondern mehrere? Ist es tatsächlich die Phantasie, die den größten Teil der Wahrheit ersetzt?“

85. „Wenn das vom Menschen Gewählte gerade durch den Menschen überhaupt erkannt werden kann, so wird dies im Laufe der Zeit unvermeidlich begriffen werden. Nur kraft dessen, welche Eigenschaften der ein oder andere Mensch selbst besitzt, wird das notwendige Begreifen entweder zeitlich bedeutend gedehnt, oder es verläuft bei weitem schneller.

86. Und bezüglich des Vorhandenseins vieler verschiedener Religionen in der Gesellschaft könnte ich vieles sagen, aber mich verwirrt, dass ich dabei unvermeidlich wortreich sein muss und auch das, dass viele andere Begriffe, die einer Erklärung bedürfen, unvermeidlich eingegeben werden müssen.

87. Ich möchte jetzt nur erwähnen, dass die Phantasie eine nicht unbedeutende, ich würde sagen, eine poetische Rolle eben dort spielt, wo irgendeine Wahrheit eher bildhaft berührt wird, ohne eine gründliche Erklärung.

88. Das ist eine natürliche Unvermeidlichkeit, obwohl man über diese "Poesie" sehr schmerzhaft und nicht selten tragisch stolpert.

89. Die Wahrheit ist in jedem Fall nur die Eine, und von ihr, davon, dass man sie versteht oder nicht, hängt der Charakter der Entwicklung eines jeden Menschen ab.

90. All die Uneinigkeit des im Milieu des Heiligen Glaubens bedingt Erworbenen basiert ausschließlich auf den Früchten des schöpferischen Besinnens des nicht gänzlich Gesagten.

91. Und die Versuche, ohne die notwendige vernünftige Argumentation solche Art Schöpferisches zu beschimpfen, beruhen auf mangelnder geistiger Reife und auf Unerzogenheit.

92. Im Zusammenhang damit, dass in das geistige Wesen des Menschen ursprünglich eine besondere hauptsächliche Grundlage, die berufen ist, dem Menschen zu helfen, unter beliebigen Lebensumständen intuitiv das Göttliche zu bestimmen, zielstrebig eingelegt wurde, sobald unter bestimmten Umständen bei dem Menschen das Sakrament des Heiligen Glaubens an etwas entsteht - wird dieser Mensch die Erscheinung, bezüglich welcher der Heilige Glaube entstand, unvermeidlich als eine Erscheinung wahrnehmen, durch welche sich die ganze Fülle der Wahrheit äußert.

93. Zu einem vollständigeren Begreifen des Göttlichen kann so ein Mensch nur dann übergehen, wenn er innerlich eine gewisse Unzufriedenheit mit schon festgelegten Erkenntnissen zu verspüren beginnt.

94. In diesem Fall wird er zu einem Suchenden und wird sich seines Unzufrieden-Seins im Laufe der Zeit immer mutiger bewusst werden.

95. So einen Umstand kann man nicht als ein häufig vorkommendes Phänomen bezeichnen. Wenn jemand auch eine lange Zeitperiode für solch ein Reifen zu Größerem benötigt, so ist dies für viele überhaupt bis zum Lebensende ihres Körpers unmöglich.

96. Und da im Laufe der Zeit die Notwendigkeit entstand, viele andere Wahrheiten zu eröffnen, so konnten sie natürlich nur von Suchenden angenommen werden, nicht aber von hitzig Glaubenden. Und darum, bei der Entstehung von etwas Neuem und Wichtigem entstand auch unvermeidlich eine neue geistige Bewegung.

97. Wenn es für die Menschheit möglich sein wird, wovon ich überzeugt bin, vieles in der religiösen Welt Existierende vernünftig anzuschauen, so werden die Menschen sehen, dass sie alle in Wirklichkeit bestimmte Teile eines wertvollen Schlüssels bewahrt haben. Obwohl all dies vor allem in einer bildhaften, nicht ausreichend genauen Form bewahrt wurde. Dies schuf auch die gegenseitigen Missverständnisse.“

98. „Und was kann der heutige Mensch schon Neues über Gott sagen im Vergleich zu den Menschen des Altertums? Wie kann er die Lehre über die Dreieinigkeit, über Christus, über den Geist, Soteriologie, was eigentlich auch Dogmen sind, korrigieren? Und was für einen vernünftigen Grund gibt es, hier das freie Denken zuzulassen?“

99. „Vor allem möchte ich sagen, dass die erste Frage eine völlig unüberlegte und negative Einschätzung des modernen Menschen ausdrückt. Woher kommt so eine Selbstüberheblichkeit über diejenigen, die ihre Ansichten nicht teilen? Lehrt dies die orthodoxe Erfahrung?

100. Denn eine Einschätzung ist im Prinzip nur dann möglich, wenn man mindestens alle modernen Überlegungen zu diesem Thema eingehend genug kennengelernt hat. Im entgegengesetzten Fall kann man die oben erwähnte Einschätzung überhaupt nicht als klug bezeichnen.

101. Im Weiteren erwähnen Sie die Lehre über eine gewisse Dreieinigkeit und so weiter. Aber ich denke, dass die Lehre ausschließlich von dem Lehrer gegeben werden kann.

102. Gemäß der Schrift sagte Christus, dass man sich weder Meister noch Lehrer nennen darf, denn nur Er allein ist der Lehrer und der Meister.

103. Soweit ich aus dem, was die Nachfolger von Christus aufbewahren konnten, verstehe, hat Er die Lehre selbst nicht hinterlassen, sondern nur die Frohe Botschaft! Er hat über eine Dreieinigkeit keinerlei Erklärungen hinterlassen. Und hat sich nicht gerade aufgrund menschlicher Phantasien hinsichtlich Dreieinigkeit die Spaltung verstärkt, und sich das Blut über den sich Christ Nennenden ergossen.

104. Und jetzt das Letzte bezüglich der oben angeführten Äußerung... Ich denke, warum auch immer, dass das Forum vor allem eine Möglichkeit ist, nicht nur irgendwie eine eigene Weltanschauung auszudrücken, sondern auch eine Möglichkeit ist, selber zu etwas Neuem und Interessanten zu kommen, indem man den Argumenten eines anderen Gesprächspartners Gehör schenkt. Was nur dann möglich ist, wenn der Mensch fähig ist, selbstständig nachzudenken.

105. In diesem Fall wird nicht nur so ein Gesprächspartner sinnlos, der als Argument nur das vorbringen kann, was ihm andere so zu verstehen geraten haben, sondern auch der Gesprächspartner, der sich prinzipiell nicht für andere Meinungen interessiert.

106. Sonst wird das Forum einem Markt ähnlich, wo alle danach streben, das Ihre zu verkaufen, sich für weiter nichts interessieren. Ich kann darin nur eine nicht geringe Dummheit sehen, denn dies führt unvermeidlich zu leerer Zeitverschwendung.

107. Beabsichtigen Sie etwa, nur zu dem Zweck in diesem Forum aufzutreten, um alle schnell zur Vernunft zu bringen und eindeutig in die bestehenden Reihen der Orthodoxen einzugliedern? Damit alle Teilnehmer des Forums, ohne nachzudenken, Ihren Argumenten zustimmen? Denn dies wird in erster Linie aus Ihrem letzten Einwurf vorausgesetzt: "Und was kann der heutige Mensch schon Neues über Gott sagen im Vergleich zu den Menschen des Altertums?"

108. Erlauben Sie mir noch einmal aufzuzeigen, was einen in ihrer Äußerung verwirren kann. Ich versuche, es von einer anderen Seite her zu erklären.

109. Vor allen Dingen, und das ist ein nicht geringer Fehler, der von vielen zugelassen wird, bedeutet Ihr Versuch, die eigenen begrenzten Möglichkeiten sozusagen im Namen aller heutigen Menschen auszudrücken.

11. Erstens sind Sie nicht mit allen auf der Erde erschienenen Gedankenbildern und Erkenntnissen in Bezug auf das Wesen Gottes bekannt. Nur wenn man all dies kennt, so könnte dann eine vernünftige Möglichkeit entstehen, eine Einschätzung, die mitzuteilen Sie schon fertiggebracht haben.

111. Zweitens, wenn Sie persönlich nicht imstande sind, etwas zu vollbringen, dann wird es nicht richtig sein, ebenso auch über alle übrigen Menschen auf der Erde so zu denken. Wenn ein Mensch von etwas spricht, wobei er seine eigene geringe Bedeutung voraussetzt, so ist es nicht richtig, sich zu beeilen, dabei auch die umgebende Menge entsprechend zu betrachten.

112. So eine Parallele ist lediglich dann zu ziehen, wenn man etwas eigenes Gutes meint. Wenn man zum Beispiel sagen kann, dass man, so wie auch alle Umgebenden, vernünftig ist. Aber es ist nicht richtig zu sagen, dass man, so wie auch alle Umgebenden, blind ist. So etwas verletzt das Gesetz der Demut und Bescheidenheit. Bei solch einer Äußerung ist es richtiger, nur im eigenen Namen zu sprechen.

113. Was mich angeht, so bin ich überzeugt, dass der heutige Mensch unbedingt imstande sein wird, das Göttliche viel besser zu verstehen, besser, als dies die auch so wunderbaren Menschen des Altertums, diejenigen, die auf dem Felde Gottes rastlos arbeiteten, es tun konnten.“

114. „Sie haben geschrieben: "Er hat über eine Dreieinigkeit keinerlei Erklärungen hinterlassen." Wieso? “Gehet nun hin und lehret alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe...“ (Matth.28:19-20).“

115. „Und wo wird denn hier erklärt, dass eben dies die "Dreieinigkeit" genannt werden muss, und, um so mehr, was ist das, der Heilige Geist, wie und von wem geht er aus? Die Orthodoxen und die Katholiken können darin immer noch keine einheitliche Meinung bilden.

116. Ein Aufruf, etwas zu tun und eine Erklärung sind nicht dasselbe.“

117. „Sie haben geschrieben: "Gemäß der Schrift sagte Christus, dass man sich weder Meister noch Lehrer nennen dürfe, denn nur Er allein ist der Lehrer und der Meister." Und folgt denn nicht aus dem oben angeführten Zitat: "Gehet nun hin und lehrt...", dass, wem es befohlen wird zu lehren, der kann sich dann Lehrer nennen? Oder haben Sie für ihn irgendwelche andere Bezeichnungen? Es wäre interessant, welche?“

118. „Gerade dieser im Zitat angeführte Ausdruck setzt eben meiner Meinung nach auch einen ziemlich direkten Hinweis darüber voraus, dass es nicht richtig ist, sich zu beeilen, sich Meister oder Lehrer zu nennen. Bei Matthäus, Kapitel 23, Vers 8-12, sehe ich einen eindeutigen Hinweis.

119. Und spalten sich nicht etwa die Christen aufgrund der Früchte falschen Lehrens und Unterweisens? Anhand der gleichen Exemplare der Heiligen Schrift spalten sich die Gläubigen unzulässig und verderblich eben aufgrund der Auslegungen dieser Schriften. Diese Auslegungen konnten nur von denjenigen behauptet werden, die sich die Rolle von Meistern und Lehrern in unangebrachter Weise zugesprochen haben.

120. Und zu wem gehört die Losung "trenne und herrsche"?“

121. „Um über Gott getrost nachzudenken, muss man zuerst das ganze Leben lang eine Heldentat vollbringen... Und kann etwa ein einfacher Spießbürger...“

122. „Mir gefällt Ihr Verhältnis gegenüber altertümlichen Rechtschaffenen, aber mich verwirrt Ihr Verhältnis zu sich selbst. Ich denke, es wäre richtiger, den Begriffsunterschied anzuschauen: "Angst und Unsicherheit" und "Bescheidenheit und Demut".

123. Ich denke, dass es sehr wichtig und notwendig ist, über das Göttliche mutig nachdenken zu können. Es ist in diesem Fall gar nicht richtig, das so zu verstehen, dass man mit seinen neuen Gedanken sozusagen beginnt, einen Anschlag auf die Errungenschaften alter rechtschaffener Denker zu verüben. Ansonsten muss man damit zusammen unvermeidlich die sozusagen fehlerlose Erkenntnis über alles Göttliche seitens jener Rechtschaffenen zugeben, was aber prinzipiell unmöglich ist.

124. Einen Anschlag zu vollziehen und zu korrigieren ist nur dann möglich, wenn man versucht, jene altertümlichen Gedanken zu widerlegen und das Neue zu behaupten.

125. Aber die eigenen Anstrengungen, etwas mit dem eigenen Verstand zu begreifen, setzen gar nicht die im Nachhinein unbedingte Behauptung eigener Schlussfolgerungen voraus.

126. Um gut und demütig zu sein, ist es gar nicht notwendig, vieles von dem Göttlichen richtig zu verstehen.

127. Das ist nicht von geringer Bedeutung, wenn man die Notwendigkeit sieht, etwas von dem Göttlichen jemandem zu erklären, der fragt. Aber zu erklären nicht im Sinne von belehren, sondern die zu dieser Stunde existierende Erkenntnis von sich mitzuteilen.

128. Ich sehe, dass die eben in Tradition dem Menschen eingetrichterte Angst bezüglich freier Meinungsäußerung zum Thema des Göttlichen gerade zur gegenwärtigen Zeit besonders scharf einen charakteristischen Mangel aufzeigt.

129. Im Denken eines gegenwärtigen traditionell Glaubenden kann man in Bezug auf das Göttliche durchaus elementar das mittelalterliche Niveau des Intellekts erkennen. Denn der Gläubige fürchtet sich nicht erst seit einem Jahrhundert davor, sich selbstständig in diese Richtung der Äußerungen seines Denkens vorwärts zu bewegen!

130. Deshalb kann man auf die Fragen, die seitens suchender und sich auf gute Weise interessierender, denkender Menschen, die von den Positionen her: "warum?", "weswegen?", "wofür?" gestellt werden, kaum eine mehr oder weniger überzeugende Antwort hören. In der Regel wird alles auf den Verweis auf die Alten hinauslaufen, als ob der eigene Kopf nur dafür nötig wäre, um, wie manche sagen, "etwas in ihn hinein zu trichtern".

131. Ich betrachte so eine traurige Lage der Dinge als das Resultat grundsätzlich falschen Begreifens der einst gegebenen Frohen Botschaft. Es ist zu betonen, dass es nicht um die Lehre, sondern nur um die Frohe Botschaft geht! Eben darum sind im Neuen Testament beinahe keine Erklärungen gegeben.

132. Und wenn man glaubt, dass dieses Ereignis im Voraus vorherbestimmt war, so wird das dem Menschen von Gott gegebene Recht als völlig logisch und vernünftig angesehen, zu versuchen, selbstständig über Themen nachzudenken, die in der Frohen Botschaft nur erzählt wurden. Aber man darf die Resultate seiner eigenen Schlussfolgerungen nicht als Gesetze und andere Dogmen behaupten!

133. Ich meine, dass das falsche Begreifen dieses Umstandes auch zu der Spaltung der Christen untereinander geführt hat. Wovor Christus auch gewarnt hat, als Er über ein Haus und ein Reich gesprochen hat, das in sich selbst geteilt wird.

134. Ich wünsche ihnen Frieden und Glück!