Gott gibt euch immer was ihr braucht, egal, ob ihr darum bittet. ~ Für andere beten gibt ihnen Kraft. ~ Nur für die Menschen beten, die man persönlich kennt? ~ Disput darüber, ob man sich "Lehrer" nennen darf?
1. Aus einem Gespräch des Lehrers mit Gläubigen christlicher Konfessionen im Internet.
2. „Und was denken Sie, ob Verstorbene um ihre Verwandten und Freunde wissen? Können sie im Himmel für sie beten?“ – fragte ein Opponent.
3. „Liebe Freunde, vielleicht können wir dieses Thema von einer etwas anderen Seite betrachten? Ob es überhaupt angebracht ist, jemanden zu bitten, für die Befriedigung eigener Wünsche zu beten. Inwieweit eben dies angebracht ist und ob dies den Ruhm Gottes nicht schmälert?
4. Wollen wir uns ein ganz einfaches Bild dieser Situation vorstellen. Der Himmlische Vater hört alle gleichermaßen, versteht die Not von jedem gleich gut, und (ich denke, dass sie zustimmen) Er versteht nicht nur wunderbar, was eines Seiner Kinder braucht, sondern Er gibt es auch unbedingt, unabhängig von einer Bitte, die seitens des Menschen kommt.
5. Und ist es auch überhaupt angebracht anzunehmen, dass der euch unendlich liebende Vater euch das wirklich Notwendige nicht gibt, wenn man wegen irgendwelcher Gründe vergessen hat, oder verhindert war, Ihn darum zu bitten?
6. Er steht sozusagen neben jedem Menschen, Er sieht und hört sie alle gut. Aber zu irgendeinem Moment einer für sie nicht einfachen Lebenssituation wenden sie ihr Gesicht von dem neben ihnen stehenden Vater ab, Der sie aufmerksam sieht und hört, und sie wenden sich an einen gewissen Bruder, flehen ihn an, beim Vater für sie zum Beispiel um Brot zu bitten.
7. Ich sehe in so einer Situation eine eindeutige Äußerung, wo so ein Beten völlig unangebracht ist.
8. Das aufrichtige Gebet eines beliebigen Sünders ist ebenso wertvoll für den Himmlischen Vater, wie auch das Gebet eines Rechtschaffenen.
9. Anzunehmen, dass der Vater einem das, worum man bittet, am wahrscheinlichsten nur nach einem zusätzlichen Gebet seitens irgendeines anderen gibt, ist völlig unpassend. Das kommt vor allem bei Menschen mit den nicht gerade besten Eigenschaften vor, auf jemandes Bitte hin nur nach einer zusätzlichen Fürsprache seitens eines ihm selbst näheren Menschen zu antworten.“
10. „Na, warum denn? Im Brief des Jakobus gibt es die Worte: "Bekennet nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung" (Jakobus 5:16).“
11. „Um geheilt zu werden, oder um den Himmlischen Vater zu überreden, ihnen das zu geben, was Er zu geben nicht für günstig hielt? Meine Äußerung eben hat das Letztere vorausgesetzt.
12. Wenn der Mensch für einen anderen betet, dann beginnt er, seine eigene Kraft mit dem Menschen zu teilen, für den er betet. Dies vollzieht sich am günstigsten nur während des Gebetszustandes.
13. Und der rechtschaffene Mensch ist der, der eine offensichtlich große geistige und ebenfalls entwickeltere psychische Kraft besitzt, und, natürlich, wenn er seine Kraft mit jemandem teilt, so ist das Ergebnis weitaus stärker zu bemerken.
14. Aber das bezieht sich überhaupt nicht darauf, dass ein zusätzliches Gebet eines Rechtschaffenen die Einsicht Gottes ändern könnte hinsichtlich irgendeiner günstigeren Handlung Seinerseits zum Wohle eines konkreten Menschen.“
15. „Da aber kaum jemand über sich sagen kann, er sei körperlich und geistig hundertprozentig gesund, so kann man daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass das Gebet eines Rechtschaffenen uns jedenfalls nicht stört“ – so die Teilaussage eines Opponenten.
16. „Richtig. In seinem Wesen ist der Gebetswunsch so eines Menschen, der auf jemanden unter den Lebenden ausgerichtet ist, immer eine Hilfe. Aber eine andere Sache ist es – wie man sich an ihn wendet und was man mit seiner Anrede meint: erstens – um eine menschliche geistige Unterstützung zu bitten; zweitens – zu bitten, bei der Lösung eines entstandenen Lebensproblems zu helfen; drittens – zu bitten, dass Gott gebeten wird, dass Er ihnen das gibt, was ihrer Ansicht nach nötig ist.
17. Wenn man auf diese Weise die Bitten betrachtet, so kann mehr oder weniger nur ausschließlich die erste Variante angebracht sein.
18. Und wiederum, eine Sache ist es, diejenigen, die nicht mehr im Körper leben, anzusprechen, eine andere Sache, Lebende persönlich anzusprechen, was real möglich ist.
19. Ein tatsächlich im Körper Lebender kann über die Notwendigkeit, jemanden konkret geistig zu unterstützen, durchaus uninformiert sein, und darum wird die unmittelbare Hinwendung zu diesem logisch sein und ist leicht zu rechtfertigen.
20. Um eine andere Sache handelt es sich bei den Rechtschaffenen, die nicht mehr im Körper leben. Ihre Handlungen können nicht die Wahlfreiheit und die Besonderheiten haben, die sie während ihres Lebens im Körper hatten. Ihre Möglichkeiten, von der Notwendigkeit geistiger Unterstützung für jemanden auf der Erde zu erfahren, sind viel größer, und sie unterstützen unabhängig davon, ob man sie darum bittet oder nicht, ob man jemanden unter ihnen anspricht oder einen anderen unter seinen Brüdern.
21. Darum, wenn der Bedürftige keinen unter den auf der Erde Lebenden hat, den er um eine menschliche, geistige Unterstützung bitten kann, so reicht es dann durchaus, dass er den Himmlischen Vater selbst anspricht und, wenn es wirklich notwendig sein wird, so wird ein beliebiger Rechtschaffener, den der Himmlische Vater zielstrebig neben den Lebenden als Hilfe für ihn verweilen ließ, sofort den nötigen Dienst leisten. Eine genaue Kenntnis über den Namen solch eines Rechtschaffenen, der dem Betenden hilft, hat keine Bedeutung.“
22. „Verstehe ich es richtig, dass, wenn eine Gruppe von Menschen für die Gesundung eines Nahestehenden betet, erst recht, wenn gleichzeitig, dann teilen sie sich ihre Kräfte mit ihm. Heißt das, dass Formulierungen solcher Gebete wie "Vater! Hilf demjenigen!" – in ihrem Wesen sinnlos sind?“
23. „Sinnlos oder unangebracht (wie es beliebt) in diesem Fall, da vorausgesetzt wird, dass der Himmlische Vater jemandem nur dann Hilfe leistet, wenn die Menschen entsprechend schon darum gebeten haben. Seine Handlungen hängen nie von den Bittgesuchen der Menschen ab. So eine Abhängigkeit vorauszusetzen, ist völlig unangebracht.
24. Der Sinn solch einer Bitte an den Himmlischen Vater ist vor allem mit den psychischen Eigenschaften des Menschen selbst verbunden. Für die noch existierende Äußerungsform des Egoismus ist es für den Menschen nützlicher und gefahrloser zu meinen, dass nur der Himmlische Vater die Hilfe für den anderen geleistet hat.“
25. „Dann kann das Fragment der Schrift "betet füreinander" nur diejenigen angehen, die einander kennen?“
26. „Ich weiß nicht, wie dies die orthodoxe Tradition deutet, aber von meiner Seite her sage ich, dass der tatsächliche Effekt solcher Gebete davon abhängt, ob der Betende den, für den er gute Gebetswünsche äußert, zumindest von Angesicht kennt.
27. So etwas ist auch durch einen Vermittler möglich, der für seinen Nächsten, den er gut kennt, bittet, aber dann hat sich der Betende das Bild des Vermittlers gut vorzustellen.
28. Sofort, wenn ein Mensch das Bild eines konkreten Menschen in seinem Bewusstsein entstehen lässt, so, egal, wo jener Mensch sich in diesem Moment auch auf der Erde befinden mag, baut sich augenblicklich eine Energie-Informationsverbindung zu ihm auf. Danach kann man leicht einander gegenseitig Kräfte zukommen lassen.“
29. „Aber sowieso verstehe ich dann nicht den Sinn des Gebetes, das an einen auf der Erde lebenden Rechtschaffenen mit dem Zweck gerichtet wird, um um "menschliche geistige Unterstützung zu bitten".“
30. „Ich habe in diesem Zusammenhang auch eine reale Möglichkeit erwähnt, sich persönlich an jemanden zu wenden. Und darunter wurde auch ein unmittelbarer Kontakt, nicht aber ein Gebetskontakt verstanden.“
31. „Muss man alle besprochenen Varianten des Bittgebetes an Rechtschaffene eben als Gebet bezeichnen? Denn in allen Wörterbüchern, den kirchlichen als auch den weltlichen, wird unter diesem Begriff eindeutig nur die Ansprache an Gott verstanden.
32. Warum denn werden die Ansprachen an Rechtschaffene Gebet genannt und sogar in verschiedenen Sammlungen (Gebetbüchern) kanonisiert? ...Apropos, Christus hat gelehrt, das Gebet solle einzig und einheitlich sein.“
33. „Ich halte es für völlig unangebracht, unter beliebiger Gedankenansprache an einen Rechtschaffenen den Begriff "Gebet" zu verstehen.
34. Solch eine Ansprache soll nur einen freien, aufrichtigen, jedem konkreten Menschen eigenen Charakter haben, aber sie soll auf keinen Fall nach einem einheitlichen, von jemandem unter den Menschen festgesetzten Schema stattfinden.“
35. „Und worauf beruht Ihre Position? Normalerweise, wenn man solch ernsthafte theologische Erklärungen abgibt, verweist man auf die Quelle!“
36. „In diesem Fall teile ich nur das mit, was ich nach Jemandes Willen habe. Und ich bin immer bereit, jeden meiner Gedanken immer eingehend zu erklären.“
37. In diesem Internetgespräch schlug einer der Schüler Vissarions vor, das Thema über Lehrer und Meister im Christentum im Weiteren zu besprechen, indem er auf folgende Gegenrede eines Opponenten reagierte: „"Gehet nun hin und lehret alle Nationen, und tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu bewahren, was Ich euch geboten habe!" (Matth.28:19-20). Und folgt nicht etwa aus dem oben Angeführten, dass einer, wenn er angewiesen ist zu lehren, sich als Lehrer bezeichnen kann? Oder haben Sie für ihn irgendwelche andere Benennungen? Wäre interessant, welche?“
38. „Warum denn werden wir, indem wir geistige Themen betrachten, soweit hernieder steigen bis hin zur praktischen Erklärung der Wörter "lehren" und "Lehrer" im Sinne der Schulausbildung?“ – sagte ein Schüler Vissarions – „Dort unterrichtet der Lehrer wirklich die Mathematik von Pythagoras, nicht aber seine eigene. Vielleicht wäre es richtiger, den Terminus zu benutzen: "Der, der das Fach unterrichtet"?
39. Was aber den Streit um das geistige Belehren angeht, so werden in der Schrift auch zwei Begriffe für die Übermittlung der Frohen Botschaft verwendet.
40. Bei Markus so – "predigt": "Und Er sprach zu ihnen: gehet hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!" (Mark. 16:15). "Und allen Nationen soll vorher das Evangelium gepredigt werden" (Mark. 13:10).
41. Bei Matthäus – "lehret das, was der Lehrer befohlen hat": "Gehet nun hin und lehret alle Nationen und tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe!" (Matth. 19,20).
42. Kann sein, dass es um Übersetzungsschwierigkeiten geht. Denn bei Matthäus gibt es auch das Andere, das sich gerade auf diese Thematik bezieht: "Sie lieben aber... die Begrüßungen auf den Märkten und von den Menschen Rabbi genannt zu werden (im Russischen steht statt "Rabbi" das Wort "Lehrer", im Rest des Zitates folgt die wörtliche Übersetzung vom russischen Original, Anm. d. Übers.). Ihr aber, lasst euch nicht Lehrer nennen! Denn einer ist euer Lehrer – Christus, ihr alle aber seid – Brüder. Ihr sollt auch niemanden auf der Erde euren Vater nennen; denn einer ist euer Vater, Der im Himmel. Lasst euch auch nicht Meister nennen; denn einer ist euer Meister – Christus" (Matth. 23:6-10).
43. Mir persönlich liegt mehr die letzte Aussage am Herzen, die von Matthäus mit dem Hinweis des Lehrers. Eben darum ist es mir unmöglich, die Lehren und Belehrungen der heiligen Väter als eine unwiderlegbare Aussage über die Wahrheit anzunehmen. Und das sehr prinzipiell. Dies ist das, was alle Nachfolger des Lehrers verhindert, sich zu einem Volk zu vereinigen.“
44. „Vergleichen wir mit anderen Bibelstellen: "Und sie hörten nicht auf, jeden Tag im Tempel und in den Häusern zu lehren" (Apostelgeschichte 5:42).
45. "Werdet nicht viele Lehrer, meine Brüder" (Jakobus 3:1). (Offensichtlich nicht an die Apostel gerichtet. Und damit wird gemeint, dass sich immerhin einige Lehrer nennen können.)
46. "Und die hat Gott in der Gemeinde eingesetzt erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer" (1. Korinther 12:28).
47. Im Rückschluss auf all das hat Gott Selbst in der Kirche Lehrer eingesetzt. Also warum können wir sie dann nicht so nennen?“ – so aus einem Beitrag eines Opponenten.
48. Dem Gespräch schloss sich der Lehrer an: „In diesem Fall betrachte ich den Ausdruck als äußerst unlogisch "im Rückschluss auf all das", der aufgrund von Aussagen desjenigen, der nie neben dem lebendigen Lehrer ging, verwendet wird.
49. Ich sehe, dass man im Christentum nicht ernsthaft darüber nachgedacht hat, was man unter dem Begriff "lehren" verstehen kann.
50. Unter diesem Begriff kann man verstehen: so etwa, wie wenn jemand nur das, was er vormals gehört hat, weitererzählt, ebenso, wie wenn jemand das, was er gehört hat, so erklärt, wie er es vormals nie gehört hat.
51. Darin besteht ein grundsätzlicher Unterschied. Aber das Letzte wird durch eine ausschließlich egoistische Herangehensweise an das vormals Gehörte gekennzeichnet. Das geschieht bei dem Versuch, wenn der Mensch Fragen beantwortet, persönlich die Antworten des Lehrers auf diese Fragen aber nicht gehört hat, dem, was er predigt, Bedeutsamkeit zu verleihen, vorschnell auf verderbliche Weise das Ausgedachte hinzuzufügen, ohne den in diesem Fall obligatorischen Vorbehalt, dass dies nur seine Meinung ist und er eine genaue Antwort nicht kennt.
52. Sie haben das Zitat aus der Schrift angeführt: "Werdet nicht viele Lehrer, meine Brüder...". Unter Berücksichtigung des Gesetzes bezüglich Äußerungen der Psyche kann man so eine Aussage direkt als eine nicht korrekte und gefährliche bezeichnen.
53. Denn, erstens, sie erlaubt grundsätzlich vielen, sich als unterschiedliche Lehrer zu äußern, und zweitens, jeder, der das Bedürfnis zu lehren verspürt, wird bei dem Erleben solch einer Aussage unbedingt verstehen, dass er persönlich unbedingt zu jenen "nicht Vielen" gehört, denen zu lehren es auch erlaubt wurde.
54. Ich bin überzeugt, dass im Neuen Testament nicht wenige Gedanken aufbewahrt werden, die entweder von den Schülern nicht richtig geformt wurden, oder Aussagen von ihnen, die von jemandem falsch aufgeschrieben wurden. Das ist für die Tätigkeit des Menschen durchaus normal.
55. Wenn die Gläubigen solch eine Gegebenheit akzeptieren würden, dann hätte der Atheismus eine schwankende Position, dessen Überzeugungskraft sich eben aufgrund der Schwachstellen formte, die mit den eingeprägten Aussagen einiger Schüler und seitens derer, die gar keine Schüler waren, verbunden sind.
56. Hat Christus nicht etwa gelehrt, nach den Früchten zu messen?
57. Seitdem ist durchaus genügend Zeit vergangen, um daran, was im Christentum vor sich geht und auf welche Weise es sich in sich selbst gespalten hat, man eine durchaus logische und vernünftige Schlussfolgerung über die falsche Bekundung verschiedener Lehren im Christentum ziehen könnte.“
58. „Es genügt, zumindest die Rede des Erzdiakon Stephan zu lesen (Apostelgeschichte, Kap.7). Er verwendet stets das Wort "Väter". Hat er etwa das Gebot Gottes übertreten?“ – stellte ein Opponent diese Frage.
59. „Im Vergleich damit, was der Lehrer direkt gelehrt hat, hat er es natürlich übertreten!!!
60. Und ist es etwa normal, die Äußerungen von ihm als Aussagen eines fehlerlos Handelnden wahrzunehmen, der, da bin ich überzeugt, von sich bis an sein Lebensende sagte, er sei ein Sünder?“ – bemerkte Vissarion.
61. „Wie Sie sehen, werden in der Bibel mehrmals die Wörter "Lehrer", "Meister", "Väter" verwendet, und entsprechend können wir das von Ihnen angeführte Zitat nicht wörtlich deuten: "Ihr aber, lasst euch nicht Lehrer nennen! Denn einer ist euer Lehrer – Christus, ihr alle aber seid Brüder"“ – so die Aussage eines Opponenten.
62. „Solch eine Schlussfolgerung ist auf keine Weise zugunsten der orthodoxen Religion zu ziehen“ – kommentierte der Lehrer.
63. „Nun, bei solch einer Weise des Herantretens könnte man sogar Christus beschuldigen, Seine eigenen Belehrungen verletzt zu haben: "Abraham, euer Vater, war froh, Meinen Tag zu sehen; und er sah und erfreute sich" (Johan.8:56)“ - äußerte sich ein Opponent.
64. „Eben bei solch einer Herangehensweise darf man dies eben nicht tun. Denn Abraham ist in einem bestimmten praktischen Maße gerade auch der Begründer des israelischen Volkes. Diese Erwähnung seitens Christi ist durchaus angebracht, besonders unter denen, die dies vor Ihm mit Festigkeit begriffen haben.
65. Und was meinerseits das Wahrnehmen der Schrift angeht, falls Sie das schon besonders interessiert...Als denkender Mensch halte ich es aus vielen, völlig objektiven Gründen für nicht vernünftig, den Text der Schrift als so einen wahrzunehmen, der der Wahrheit in idealer Weise entspricht.
66. Der Geist des Neuen Testaments ist lebenspendend, aber den Buchstaben zähle ich nicht dazu.
67. Ich kenne die Texte vom Alten - als auch vom Neuen Testament, daher interessiert mich, wiederum als denkender Mensch, nicht die trockene Verwendung von Zitaten aus diesen Schriften, sondern mich interessieren an einem Gesprächspartner die logischen Begründungen seiner Gedanken.
68. Ich denke, es wird äußerst sinnlos sein, wenn Gesprächspartner auf einem Forum, als auch in einem beliebigen anderen Kommunikationsrahmen, nur die Schlussfolgerungen unterbreiten, die andere festgesetzt haben und an die heilig zu glauben ist, wobei sie aber nicht wagen, dieselben selbstständig mutig zu überdenken.
69. Ich halte es für eine unzulässige Schwäche, wenn Gläubige sich keine Mühe geben, Thesen ihres Glaubens tief zu begreifen!
70. Ich bin überzeugt, dass sich dies jetzt schon im Laufe der Zeit immer sichtbarer auswirken wird.
71. Und tiefes, produktives Begreifen ist prinzipiell ausschließlich nur dann möglich, wenn der Denkende das Finden neuer Erkenntnisse zulässt.
72. Wenn dies aber nicht zugelassen wird, dann wird der Prozess des Verstehens unvermeidlich den Charakter von Sinnlosigkeit annehmen. Das ist so ein unveränderliches Gesetz.“
7. „Sie haben geschrieben: „Als ein denkender Mensch halte ich es aus vielen völlig objektiven Gründen für nicht vernünftig, den Text der Schrift als so einen wahrzunehmen, der der Wahrheit in idealer Weise entspricht“. Sie sagen immerzu, dass es in meinen Worten keinen vernünftigen Kern gebe und betonen immerzu, was für ein verständiger und vernünftiger Mensch Sie sind.“ 074. „Lieber Freund, das vorherige Mal habe ich schon bestimmte Schlussfolgerungen gezogen, und, wenn ich irgendwelche ihrer Aussagen kommentiere, so antworte ich gar nicht ihnen persönlich. Sind sie etwa der Einzige auf dem Forum? Erlauben sie mir zu bemerken, dass nicht nur sie allein versucht haben, mein Verhältnis zur Schrift in verschiedener Form zu präzisieren! 075. Und indem ich die Aussage “ich sehe darin keinen vernünftigen Kern“ getätigt habe, habe ich bloß meine mögliche Unfähigkeit geäußert, darin etwas zu erkennen. Was hat das mit ihnen zu tun? Reißen sie sich zusammen und hören sie auf, unnütz herumzukritteln. 076. Denn man kann aus mindestens zwei Gründen etwas nicht sehen: wenn das, was man zu erkennen versucht, nicht existiert, oder wenn man einfach unfähig ist zu sehen. 077. Sie sind wahrscheinlich zu sehr gekränkt, falls sie die Situation, die sich gar nicht auf ihre Person bezieht, so einseitig wahrgenommen haben. 078. Ich erinnere mich, wie eifrig sie den Aufruf unterstützt haben, nicht persönlich zu werden...Und nun machen sie das offensichtlich umgekehrt... 079. Oder wollten sie mich darin überzeugen, dass sie auf diesem Forum der Einzige sind, der das Recht hat, einen konkreten Gesprächspartner straflos unverhohlen zu beschimpfen? Nun gut, ich glaube ihnen. 080. Darf ich sie aber bitten, mich nicht mehr zu provozieren, auf ihre emotionalen Äußerungen charakteristische Rechtfertigungserklärungen zu geben, die man normalerweise Frauen gibt, die hysterische Anfälle bekommen? 081. In meinen Kommentaren lasse ich leicht einige Begriffe von Einschätzungen zu, denn ich bin ebenso leicht bereit, sie auch von ihrer Seite zu hören. Ich lege nichts Beleidigendes in sie hinein. 082. Man kann nur dann eindeutig etwas Beleidigendes darin sehen, wenn man ein bestimmtes psychisches Interesse daran hat. 083. Wenn ich über vollwertiges Denken und vernünftige Denkweise spreche, verstehe ich darunter bestimmte objektive, charakteristische Gesetzmäßigkeiten, die diesem eigen sind, um entsprechende Bedingungen noch mehr zu erklären, aufgrund derer das Begreifen dessen, was wir erwähnen, vor sich geht. 084. Mir schien, dass ich Erklärungen abgebe, aber ich habe ein unerwartetes Ergebnis erlebt. Obwohl meine Lebenserfahrung mich mit einer ausreichend großen Anzahl von Menschen hat kommunizieren lassen, habe ich aber das, was ich auf diesem christlichen Forum angetroffen habe, schon sehr lange nicht mehr erlebt. Und ich brauche Zeit, um mich etwas zu korrigieren. 085. Im Kreise meiner Lebenstätigkeit verhalten sich die Menschen bei weitem einfacher gegenüber der möglichen Tatsache ihrer geringen Bedeutsamkeit, und darum bedenken sie alle möglichen Ratschläge und Hinweise, mittels derer es ziemlich einfach zu sehen ist, dass man äußerst dumm gehandelt hat. 086. Und was ist das auch für ein Glaube an den Himmlischen Vater, wenn der Mensch Angst hat, in den Augen der ihn Umgebenden wie ein Narr dazustehen. 087. Das Gesetz des vernünftigen und nüchternen Denkens lässt das vorgefasste Denken nicht zu. 088. Das vorgefasste Denken wird als eine starre Orientierung des Menschen an ein vormals festgesetztes Verständnis von etwas gekennzeichnet, wo er es selber für sich nicht zulässt, anders zu denken. Das heißt, seine Denkfreiheit ist unvermeidlich, offensichtlich eingeschränkt. Jede Schlussfolgerung, die sich von dem, woran er zu glauben versucht, unterscheidet, wird eindeutig als eine falsche wahrgenommen. 089. Die günstigsten Bedingungen für das Erkennen von etwas Neuem beruhen ausschließlich auf der Fähigkeit des Menschen, für sich ursprünglich vorauszusetzen, dass es sich bei diesem Neuen durchaus um die Wahrheit handeln kann. 090. Nur bei so einem Verhalten dem Neuen gegenüber entsteht die prinzipielle Möglichkeit, dass der Mensch dieses Neue gemäß seinen eigenen Fähigkeiten für sich maximal begreift. 091. In diesem Zusammenhang kann der Mensch selbst seine Fähigkeiten des nüchternen Denkens einschätzen, indem er den Charakter seines Erlebens gegenüber dem Neuen und bisweilen Ungewöhnlichen aufrichtig einschätzt. 092. Aber dies, erlauben sie mir das zu betonen, bedeutet überhaupt nicht, dass ein vorgefasst Denkender irgendein nicht guter Mensch sei. 093. Eine vernünftige Einschätzung von etwas ist mit dem emotionalen Verhältnis gegenüber demselben kategorisch nicht vergleichbar!“ 094. „Aber sie versuchen doch die Worte von Christus wörtlich zu deuten. Und ein Satz heißt ganz genau so: “...und niemand auf der Erde bezeichnet jemanden als Vater.“ 095. Zumal Christus nicht nur über die leibliche Vaterschaft sprach. Hier können sie das Zitat lesen: “Jesus gab als Antwort: Wahrlich, ich sage euch: Da ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Acker verlassen hat um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfach empfängt, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Väter unter Verfolgung...“ (Mark. 10:29,30) (Im Gegensatz zur russ.Bibel-Übers. wird in Vers 30 in der deutschen Fassung das Wort `Vater´ weggelassen, `Mutter´, `Kinder´ und `Acker´ aber nochmals erwähnt, Anm. d. Übers.) 096. Wie kann man einen Vater haben und noch nicht einmal nur einen, sondern mehrere? Es handelt sich offensichtlich um geistige Vaterschaft?“ – entnommen aus der Aussage eines Opponenten. 097. „Die anfängliche Aussage ist äußerst seltsam, um zu begreifen. Es entsteht der Eindruck, dass es schon jemand fertiggebracht hat zu beschließen, die Worte von Christus nur bildhaft und keinesfalls wörtlich aufzunehmen. 098. Mehr als das verursacht das angeführte zweite Zitat der Aussage Christi in der Verbindung mit dem ersten Zitat mit ebenfalls Seiner Aussage aus einem ganz anderen Zusammenhang unvermeidlich den Eindruck, dass derjenige, der diese Zitate benutzt hat, auf so eine eigenartige Weise danach strebt, von einem Widerspruch in den Belehrungen Christi zu überzeugen. 099. Mit der Benutzung der Zitate wurde keine notwendige, in diesem Fall einigermaßen gründliche Klarstellung gegeben: warum soll man nicht dem wörtlichen Entgegennehmen einer konkreten kategorischen Belehrung Christi folgen? Welche, das muss betont werden, zusammen mit dem ähnlichen Verbot, sich Lehrer oder Meister zu nennen, gegeben wurde. 100. Ich meine, dass es gar nicht angebracht ist, vorauszusetzen, dass so eine Belehrung nur die Schüler anging, damit sie in ihrem höchst engen Kreise keine solche Dummheiten machten. Der Lehrer wusste, dass ihnen wegen des Weitertragens der Frohen Botschaft bevorstand, in verschiedene Richtungen zu gehen.“ 101. „Sie haben geschrieben: “Der Geist des Neuen Testaments ist lebenspendend, aber den Buchstaben zähle ich nicht dazu“. 102. Und was verstehen Sie unter dem Begriff `Neues Testament´? Vom Apostel Paulus, dem der größte Teil des Neuen Testamentes angehört, schreiben Sie: “...wird durch eine ausschließlich egoistische Herangehensweise an das vormals Gehörte gekennzeichnet. Das geschieht bei dem Versuch, wenn der Mensch Fragen beantwortet, persönlich die Antworten des Lehrers auf diese Fragen aber nicht gehört hat, dem, was er predigt, Bedeutsamkeit zu verleihen...““ – so ein Teil der Frage eines Opponenten. 103. „Das Neue Testament ist, so wie ich es verstehe, vor allem die Frohe Botschaft über den Himmlischen Vater, Der der Alleinige ist und der niemanden verurteilt, alle ohne Ausnahme gleichermaßen liebt. Und auch über Seinen Sohn, der Sein Lebendiges Wort ist, und darüber, dass es nur durch das Erkennen dieses Wortes Gottes ermöglicht wird, die normale Entwicklung und das vollwertige Leben zu erlangen. 104. Aber es ist nicht richtig, das Neue Testament als eine vollwertig geformte Lehre anzusehen. 105. So, wie das Neue Testament seitens der traditionellen Konfessionen dargeboten wird, verschafft es den falschen Eindruck, so, als wäre es sozusagen als ein Buch in irgendeiner Zeitperiode geschrieben und geformt worden. 106. Obwohl das vollständige Buch noch nicht einmal von den Aposteln selbst gestaltet wurde. Es wurde viel später von einem engen Kreis von Menschen, die sich selbst durchaus angebracht als Sünder bezeichneten, gestaltet. Als sie selbst entschieden haben, welche der zu der Zeit existierenden vielen Texte sie kanonisieren und welche nicht. 107. Ich bin überzeugt, dass die Lehre über die geistige Entwicklung auf so eine Weise überhaupt nicht geformt werden darf. 108. Mehr als das, ich sehe keine logische Begründung dafür, dass man die Schüler und diejenigen, die es nicht waren, mit Christus als Gleichwertige dahinstellt. 109. Und wenn sie nicht gleichwertig sind, so konnten somit die Schüler als auch alle anderen bei ihren Versuchen, etwas zu erklären, durchaus Fehler machen. Besonders dann, wenn der Lehrer selbst darüber nichts erläutert hat. 110. Eine beliebige geistige Frage fehlerlos zu erklären vermag ausschließlich nur das Wort Gottes selbst. Verhält es sich etwa ebenso mit den übrigen Kindern Gottes? 111. In diesem Zusammenhang halte ich es für völlig natürlich, Aussagen nicht nur der Schüler selbst, sondern auch insbesondere derjenigen, die dann keine mehr waren, vernünftig und aufmerksam zu durchdenken. 112. Und zu ihnen gehören bei weitem nicht nur Paulus selbst, sondern auch viele andere, anhand deren Aussagen und Deutungen später angefangen wurde, weitere Überlieferungen zu formen, deren Besonderheit auf die Verhärtung der Spaltung in der christlichen Welt hinauslief. 113. Ich achte die Unermüdlichkeit und die eifrigen Taten eines Paulus, aber ich halte die Art und Weise, wie man all seine auf dem Papier erhaltenen Aussagen wahrnimmt, für nicht vernünftig.“ 114. „Sie haben geschrieben: „Ich denke, es wird äußerst sinnlos sein, wenn Gesprächspartner auf einem Forum nur die Schlussfolgerungen unterbreiten, die andere festgesetzt haben und an die heilig zu glauben ist, wobei sie aber nicht wagen, dieselben selbstständig mutig zu überdenken. Ich halte es für eine unzulässige Schwäche, wenn Gläubige sich keine Mühe geben, Thesen ihres Glaubens tief zu begreifen!“ 115. Ich bin Ihr überhebliches und grobes Benehmen satt...“ – empörte sich einer der Opponenten. 116. „Ich möchte sehr gerne für meine Begrenztheit ausführliche Erklärungen darüber hören, was in der angeführten Aussage unzulässig ist? Die Erwähnung des Wortes `sinnlos´? Aber das bedeutet, dass der Sinn, mit anderen Worten, das Vorhandensein eines Ergebnisses, fehlt. 117. Dann klären sie meine Dummheit auf, was für ein Ergebnis ist zu erreichen, wenn zwei oder mehrere Gesprächspartner bezüglich irgendeines Phänomens die Ansicht äußern, an die sie heilig glauben und kategorisch keine andere Deutung zulassen? Ist das nicht etwa eine reine Zeitverschwendung? 118. Oder verwirrt einen ebenso das neutrale Verwenden des Wortes `Schwäche´ im Zitat? 119. Aber wer von ihnen würde den Mangel an Strebsamkeit bei einem Gläubigen, die Thesen seines Glaubens tiefer zu durchdenken, als eine gute Eigenschaft bezeichnen?“ 120. „Sagen Sie bitte, was ist die Wahrheit? Wir haben hier alle Lanzen bezüglich dieser Frage gebrochen“ – so die Frage eines Gesprächspartners. 121. „Nun, wenn die Frage eben so gestellt wird, so kann man leicht nicht nur alle Lanzen , sondern auch alle anderen Gegenstände zerbrechen. 122. Die Antwort auf so eine gerade heraus gestellte Frage bringt auf keine Weise Klarheit, inwiefern die Anstrengungen, die der Mensch in all seinen Lebenserscheinungen unternimmt, richtig sind. Denn eben das, denke ich, ist mit so einer globalen Frage gemeint. 123. Ich denke, dass die Frage dann vernünftig wird, wenn man die Antwort darauf praktisch nutzen kann, nicht aber, wenn man die Antwort nur zur Kenntnis nehmen kann wegen der Unmöglichkeit, sie irgendwo zu verwenden. 124. Nun, da die Frage gestellt ist, versuche ich das mitzuteilen, was ich habe. 125. Vor allen Dingen ist die Wahrheit alles das, was wirklich existiert, und, in Bezug auf die Menschheit betrachtet, wird unter Wahrheit natürlich das unveränderliche Gesetz der günstigsten Entwicklung verstanden. 126. Dieses Gesetz kann nur einheitlich für alle sein und besteht unabhängig davon, ob der Mensch es kennt oder nicht. Nur hängt jedoch die eigentliche Entwicklung des Menschen sehr stark davon ab, ob er dieses Gesetz richtig versteht. 127. Die ursprüngliche Gegebenheit der Entstehung des Menschen brachte unvermeidliche Bedingungen zutage, abhängig von denen der Mensch sich vor allem durch seine persönliche Erfahrung allmählich zum richtigen Verstehen der Wahrheit seiner Entwicklung annähern musste. 128. Diese Erfahrung ergab bis zum heutigen Tage nicht wenige, mannigfaltige Deutungen des in Wirklichkeit einheitlichen Gesetzes. Die unterschiedliche Auslegung ein und derselben Erscheinung setzt unvermeidlich ein unterschiedliches Genauigkeitsmaß des richtigen Bestimmens des Wesens dieser Erscheinung voraus. 129. So wird natürlich auch in Bezug auf das Verstehen der Wahrheit der harmonischen Entwicklung des Menschen nur eine Deutung unter allen auf der Erde existierenden Ideologien die Besonderheiten dieser Wahrheit am präzisesten wiedergeben. Alle anderen kann man an dem Maß der wiedergegebenen Genauigkeit schematisch senkrecht eine nach der anderen abwärts anordnen. Von der größeren Genauigkeit hin zu der wenigeren. 130. Aber das bedeutet nicht, dass alle, die die Wahrheit nicht genau wiedergeben, zur Vernichtung beitragen würden und kein Recht auf Existenz hätten. 131. Alle diese Ideologien stellen eine unsichtbare Leiter dar, die zu den Höhen des immer genauer werdenden Verständnisses der Wahrheit führt. Und die Menschen, indem sie selbstständig das ihnen Naheste wählen, wählen in Wirklichkeit das, was sich einen Schritt vor ihnen befindet und sie anheben kann, und wenn sie mit der Zeit beginnen, etwas Größeres zu begreifen, fangen sie an, weiter zu suchen und finden unvermeidlich etwas Richtigeres. 132. Ich meine, dass alle diese Stufen Gott genehm sind. Und es ist in diesem Zusammenhang sehr unvernünftig, jegliches Andersdenken zu beschimpfen und auszulachen. 133. Dies alles sind verschiedene, untereinander verbundene Teile, die zu einer für alle einheitlichen Harmonie führen. 134. Und obwohl ich bei so einem ernsten Thema unvermeidlich viele Worte mache, was sie mir bitte verzeihen, möchte ich aber nichtsdestoweniger noch etwas hinzufügen. 135. Es hat sich so vollzogen, dass sich im Menschen zwei verschiedene, auf ihre Weise kennzeichnende Entwicklungsgesetze vereinigt haben, womit die Einzigartigkeit des Menschen in der Welt des Seins auftauchte, was dabei aber auch eine besondere Schwierigkeit in der Entwicklung des Menschenwesens mit sich brachte. 136. Dem Verstand des Menschen liegt für seine Entwicklung das Gesetz der Kenntnis, des Wissens zugrunde, und seine Seele hat die einzige Möglichkeit, sich aufgrund des Gesetzes des Glaubens zu entwickeln. So wurde es ursprünglich eingegeben. 137. Und da für eine vollwertige Entwicklung des Menschen vor allem die Entwicklung seiner geistigen Kraft vorausgesetzt wird, was sich auf seine Seele bezieht, so wird auch die Situation unvermeidlich, wo eine Gewisse neue Information nur aufgrund des menschlichen Vertrauens gegenüber der Existenz der Wahrheit, die etwas eröffnen wird, günstig wahrgenommen wird. 138. Darin zeigt sich eine lebenswichtige Zweckmäßigkeit. Denn die Gefühlswelt des Menschen ist imstande, das Vorhandensein von etwas sehr Wichtigem viel früher zu verspüren, als dies vom Bewusstsein fixiert werden kann. 139. Jede neue Information, die der Mensch entgegennimmt, erhöht unvermeidlich die Verantwortung des Menschen, wodurch auch die rückwirkende Reaktion der Gesetze der umgebenden Welt der Materie auf beliebige Äußerungen des Menschen stärker wird. Folglich muss der Mensch bereit sein, diese erhöhte Verantwortung zu tragen, und diese Last soll ihn nicht offensichtlich schädigen. 140. Damit dies möglichst günstig abläuft, muss der Mensch solch eine für seine Entwicklung wichtige Information ausschließlich nur mittels seiner Empfindungen für sich finden. Er wird unbedingt fühlen, dass die ein- oder andere Information für ihn wichtig ist, obwohl er sie nicht völlig verstehen wird. Aber nur ab dem Moment, wenn er anfängt, ihr zu vertrauen, beginnt das Erkennen des Wesens dieser neuen Information.“ 141. „Wofür leben wir?...“ – so eine Frage eines Opponenten aus dem Themenbereich `Noch einmal über den Sinn des Lebens´. 142. „Das ist die Frage, über die allen jetzt schon bevorsteht, sehr ernsthaft nachzudenken. 143. Keine der existierenden Glaubenslehren gibt eine klare, vernünftige und logische Antwort auf diese Frage. Weil das, was in den Erklärungen auf so eine globale Frage erforderlich ist, im Altertum unmöglich zu verwenden war. 144. Das vollwertige Begreifen dieser Frage ist jedoch dazu berufen, eine für die ganze Menschheit einheitliche Strategie zielstrebiger Bemühungen bezüglich der Entwicklung der wissenschaftlich-technischen Tätigkeit, als auch der Kunst, zu bestimmen. 145. Dadurch, dass das richtige Verstehen des Lebenssinnes eben des Menschen nicht vorhanden war, kam es schon unvermeidlich dazu, dass viele weit denkende Vertreter von Wissenschaft als auch der Kunst offensichtlich angefangen haben zu erkennen, dass ihre Tätigkeit in einer gewissen Sackgasse steckt. 146. Die Entwicklung der Welt der Materie, als sie einst einen zielgerichteten Anstoß bekam, wird sich jetzt schon ewig weiter entfalten, streng nach dem ursprünglich eingegebenen Gesetz. Und in den Erscheinungen der Gefühlswelt gerade des Menschen gibt es eine eigenartige Besonderheit, die mit einem oberflächlichen Blick nicht zu bemerken ist. 147. Wenn der Mensch versucht, auf poetische Weise seine bewundernde Beobachtung angesichts der umgebenden Realität in seinem Schaffensakt wiederzugeben, so beginnt er in diesem Zeitabschnitt unvermeidlich die Energie-Informationsstruktur auf besondere Weise von dem zu verändern, womit er sich gerade beschäftigt. 148. Eben durch das Phänomen der menschlichen, eigenartigen Besonderheit des gefühlsbetonten, bewundernden Beobachtens der umgebenden Realität erwirbt die ihn umgebende Welt der Materie sozusagen einen energetischen Wohlgeruch, ein duftendes Aroma. 149. Solch einzigartiger Eigenschaften der Gefühlswelt erfreut sich, abgesehen vom Menschen, nicht nur im weiteren keine beliebige Tierart, sondern auch kein dem Menschen ähnliches, vernünftiges Wesen, von denen es eine große Menge im Weltall gibt. 150. Und so sah der Himmlische Vater einst, dass solch eine Veränderung charakteristischer Besonderheiten für die Welt der Materie gut sein würde. 151. Und ab dann begann der Himmlische Vater, für diese vorherbestimmte Tätigkeit seiner Kinder Seelen zu erschaffen, in die die dafür besonderen Neigungen eingelegt wurden. Und wegen des wohlbringenden Segens dieser Erfüllung solch einer Vorherbestimmung wurde die Struktur der Seele mit der Besonderheit beschert, die keinen Gesetzen des Älterwerdens unterliegt. 152. Diese Seelen wurden auf der Energie-Informationsebene mit der Energiebasis der naturgegebenen Gefühlswelt des biologischen Organismus der jungen Zivilisation des Verstandes, die sich auf Erden zu entwickeln begann, vereinigt. Wodurch die Gefühlsmöglichkeiten des biologischen Organismus selbst beträchtlich größer wurden und eine große Schwierigkeit für den Menschen, was das Organisieren seiner Psyche betrifft, unvermeidlich eingelegt wurde. 153. Diese Schwierigkeit hat sich aus völlig objektiven Gründen unvermeidlich über Jahrtausende ausgedehnt, wobei sie eine unglaubliche Menge schmerzlicher Folgen erzeugt hat. Dies bezieht sich aber in keiner Weise auf einen Fluch Gottes! 154. Der Himmlische Vater ist aufgrund Seines Wesens prinzipiell nicht imstande zu verdammen! 155. Der Himmlische Vater hat als Großer Schöpfer seine Kinder als Ihm ähnlich, das heißt, als Schöpfer erschaffen, damit sie an Seiner Hand unendlich das Vorherbestimmte gestalten, nicht aber, um im Laufe der Zeit von wiederum derselben Ewigkeit bei der Betrachtung des Gottesruhmes in einer gewissen Glückseligkeit sinnlos zu verweilen.“ 156. „...Wissenschaftlich-technische Errungenschaften, Kunst – sind bloß Mittel in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Gerade in diesen zwischenmenschlichen Beziehungen muss jedermann seine Menschlichkeit entwickeln, darin gerade besteht der Sinn“ – so die Aussage eines Opponenten. 157. „Habe ich sie richtig verstanden, dass ein einsam an seinem Teleskop sitzender Gelehrter, der entzückt die Sterne betrachtet und in dem Moment sogar vergisst, dass es die Menschheit gibt, dass er durch seine wissenschaftliche Tätigkeit eben die Mittel für zwischenmenschliche Beziehungen zutage bringt? 158. Und macht dasselbe auch ein gewisser, irgendwo weit weg in den Bergen einsam sitzender Mensch, der die untergehende Sonne beobachtet und eine bei ihm spontan entstehende musikalische Weise vor sich hinsingt, ohne daran zu denken, dieses Lied irgendwo sonst vorzutragen?“ 159. „Und versuchen Sie zumindest irgendwie sicher zu sein, dass sich das `Duftaroma´ nicht nur in Ihrem Kopf befindet, und dass die Welt der Materie dadurch zumindest etwas erwirbt?“ 160. „Ich denke, dass, wenn ich ein untrennbarer Teil des bestehenden Seins bin, dann wirken sich auch die Prozesse, die in mir ablaufen, unvermeidlich auf dieses Sein aus. Darum, wenn das erwähnte Aroma in meinem Kopf vorkommen kann, so wird es sich unvermeidlich auch um mich herum auswirken.“ 161. „Verstehen Sie, wie sich das verhält? Das Vorherbestimmte unendlich zu gestalten – das ist doch dasselbe wie das zu erschaffen, was irgendwann schon einmal getan wurde, und man braucht es einfach nur zu wiederholen. So ist dies einfach eine Art, Hände und Gedanken zu beschäftigen, solange, wie die Ewigkeit andauert, und der Sinn davon ist nichts weiter, als...“ 162. „Lieber Freund, sie haben wahrscheinlich ein schlechtes Verhältnis zur schöpferischen Tätigkeit. 163. Bei einer echten schöpferischen, gestaltenden Tätigkeit kann es grundsätzlich keine Wiederholung geben, und das, was sie darüber äußern, hat mit dem Schöpferischen absolut nichts zu tun!“