Vadim 17

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  Kapitel 6  

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Wo ist die Grenze der Verehrung von Ikonen? ~ Über den Sündenfall ~ Wenn sich ein Haus oder ein Reich in sich teilt, so wird es zugrunde gehen. ~ Sünde ist bewusst gegen ein Verbot zu handeln. ~ Ein Teilnehmer im Internetforum will wissen welchem Glaubensbekenntnis Vissarion angehört. ~ Der Egoismus hindert das objektive Wahrnehmen der umgebenden Realität. ~ Der Sündenfall: ein bewusster, schadenbringender Fehler ~ Orte können die Energieinformation von Gebeten aufnehmen. ~ Dem Himmlischen Vater sind Emotionen nicht eigen. ~ An Orten, wo Betende in großer Menge regelmäßig zusammenkommen, formiert sich eine mächtige Gebetsspur. ~ Unterschied zwischen Heiligen Geist und Willen Gottes ~ Gott gibt dem Menschen das Notwendige unabhängig davon, ob er darum bittet oder nicht. ~ Disput mit einem Verteidiger der orthodoxen Glaubenslehre ~ Vissarion wird gefragt zu welcher Lehre Er sich bekennt.


1. April – Mai. Fragmente des Internet-Gespräches des Lehrers mit Gläubigen christlicher Konfessionen und mit Suchenden.

2. Bei dieser Kommunikation wussten die Fragenden nicht, wer Er ist, und der Lehrer beeilte sich auch nicht, über Sich zu sprechen. Ihn interessierte in erster Linie die Fähigkeit der gläubigen Menschen, frei über die angesprochenen Themen nachzudenken.

3. „Wo ist die Grenze der Verehrung von Ikonen, wo beim Übertreten derselben der Mensch zu einem Götzenverehrer wird?“ – war eine der Fragen bei diesem Gespräch.

4. „Indem ich beginne, diese Frage zu berühren, möchte ich vor allem meine Zuversicht darüber äußern, dass der gesamte Entwicklungsverlauf der Welt des Seins, der einst vom Schöpfer vorgegeben wurde, auf einem eigenartigen charakteristischen Gesetz gegründet ist, und folglich auch auf einer Ordnung, wo alle Erscheinungen in dieser Welt des Seins ohne Ausnahme von der Zweckmäßigkeit und der logischen Wechselbeziehung untereinander abhängen.

5. Alles Göttliche ist harmonisch, und folglich ist es logischerweise unumgänglich miteinander verbunden. Es gibt kein Chaos. Dieses kann nur in den Gedanken eines unwissenden Menschen vorkommen.

6. Und da der Mensch eben in dem Milieu dieser Weltordnung erschaffen wurde, müssen seine eigenen Handlungen auf ganz natürliche Weise der schon bestehenden gesetzmäßigen Forderung seitens der Welt des Seins auch harmonisch entsprechen. Nur dann kann man die Handlungen des Menschen passend als vernünftig bezeichnen.

7. Natürlich existiert in diesem Zusammenhang auch eine gewisse Zulässigkeit. Wenn etwas, was sich zu entwickeln beginnt, noch nicht völlig den notwendigen Normen entspricht, dann sind solche Handlungen, die man noch nicht als wahrheitsgemäß bezeichnen kann, die aber allmählich zur Harmonie führen, durchaus zulässig.

8. Wie im Leben eines Kindes, wenn man viele seiner Äußerungen noch nicht als vernünftige bezeichnen kann, sie aber gerade für solch ein unreifes Alter durchaus zulässig sind. Aber nach diesem Übergangsalter tritt unbedingt eine Reife zutage, und dann sind schon entsprechend reife, kompetente Äußerungen erforderlich.

9. Im Zusammenhang mit all dem halte ich es für günstig, auch Werke der Menschenhände entsprechend der zu diesem Thema gestellten Frage zu betrachten.

10. Ich sehe, dass der Versuch, das erste malerische Gottesbild zu schaffen, auf einem unreifen und naiven Verständnis des Göttlichen basierte. Aber dieser Versuch war zu jener Zeitperiode natürlich, und folglich war das auch ein zulässiger Umstand.

11. Es schien den Gläubigen, dass der Platz, wo sich das Bild des Erlösers befunden haben mag, auf eine natürliche Weise geweiht sei, und folglich sei es auch sozusagen am günstigsten, dort zu beten.

12. So ein mit den Händen geschaffenes Bild kann bei entsprechendem Verhalten des Menschen ihm gegenüber durchaus zu einem gewissen Katalysator werden, der beim Erleben des Menschen dazu beiträgt, dass das religiöse, erhabene Verhältnis in der Gefühlswelt dieses gläubigen Menschen gestärkt wird. Aber nur bei denen, die daran auch glauben, oder die dazu neigen, an besondere Eigenschaften des mit Händen geschaffenen Göttlichen Bildes zu glauben.

13. Diese Umstände können unvermeidlich auch Fallstricke enthalten. Wie das Entstehen des fehlerhaften Verständnisses dessen, dass die vollständigste Anwesenheit Gottes dort sei, wo diese Ikonen sind, ebenso das Verständnis dessen, dass das Gebet vor einem solchen Bild sozusagen am wahrscheinlichsten von Gott erhört würde.

14. Die Gewohnheit bezüglich des Verständnisses, dass Gott vor allem dort sei, wo es ein von Menschenhand geschaffenes Bild Gottes gibt, trägt an und für sich nicht zu der Entwicklung des Verständnisses bei, dass Gott ebenso auch in allem ist, was uns umgibt - wo es aber solche Bilder nicht gibt.

15. Sprechen etwa besondere Gemütsbewegungen des Menschen im Inneren einer Kirche und das Nichtvorhandensein dieser Gefühle außerhalb der Kirchenmauern darüber, dass Gott außerhalb der Kirchenmauern weniger anwesend ist?

16. Und wenn Gott allgegenwärtig ist, und der Mensch die Anwesenheit des Himmlischen Vaters gleichermaßen allerorten nicht verspürt, so zeigt dies markant und eindeutig die Unfähigkeit des Menschen auf, sich gegenüber dem Göttlichen richtig zu verhalten und auch, dass er vor allem seiner eigenen falschen Konvention folgt.

17. Im Herstellen und Benutzen der von Ikonenmalern geschaffenen Bilder erschienen mit der Zeit noch weitere Fallstricke von nicht geringerer Bedeutung, die die eindeutige falsche Wahrnehmung des Himmlischen Vaters seitens der Menschen zutage brachten. Dies geschah, als man anfing, Bilder von heiligen Menschen als Beschützer vor Gott zu schaffen.

18. Ich glaube, dass in diesem Umstand die Naivität und das falsche Verhalten zum Himmlischen Vater sehr markant zutage trat, denn durch dieses Phänomen begann man, Gott ausschließlich menschliche egoistische Eigenschaften sehr unvernünftig zuzuschreiben, indem man sich ausdachte, auf welche Weise Er Gebete besser erhören könne.

19. Gott aber liebt doch alle gleich, und, ich bin sicher, er hört jedermann gleichermaßen und ist in gleichem Maße neben jedem Menschen, unabhängig davon, wen dieser verehrt. Eine andere Sache ist es, dass das falsche Verhalten zum Himmlischen Vater es nicht ermöglicht, die von Ihm kommende Hilfe in vollem Maße zu nutzen.

20. Unter Berücksichtigung dessen, dass kein einziges Haar ohne Wissen und Willen Gottes ausfällt, und dass Er jedermann gleichermaßen hört, und noch mehr als das, dass Er weiß, wohin jeder Mensch geht und was er braucht - wird man die Meinung des Menschen darüber, dass der Himmlische Vater in der Weise helfen würde, wie Ihn der Mensch in Gebeten bittet, und das Nötige nicht geben würde, wenn der Mensch nicht darum bittet, als eine völlig unvernünftige und primitive Sichtweise betrachten.

21. Und so, indem ich eine gewisse Bilanz nach meinen, ich bitte um Verzeihung, so vielen Worten ziehe, möchte ich jetzt schon in direktem Zusammenhang mit dem am Anfang angeführten Zitat sagen, dass es dann logisch wäre, einen Menschen als Götzenverehrer zu bestimmen, wenn der Gläubige sich an ein mit Händen geschaffenes Bild wendet, um um Hilfe zu bitten.

22. Ich sehe darin eine absolute Sinnlosigkeit und Verderblichkeit.

23. Was aber die Tatsache des Schaffens von Bildern würdiger Gottesdiener angeht, in dem sie an diejenigen erinnern möchten, die ihr Leben dem Dienen der Heiligen Vorherbestimmung hingegeben haben, und welche auf ihre Weise zum rechtschaffenen Arbeiten inspirieren können, so ist dies durchaus zulässig.

24. „Die Wahrheit kann doch nicht nur durch Worte geäußert werden, sondern auch durch Bilder. Und dies entspricht durchaus zweierlei Weisen unseres Erkennens der umgebenden Realität: der bildhaften Weise und der abstrakten Weise“ – so die Überlegung einer der Teilnehmer in diesem Gespräch.

25. „Ich gehe da mit ihnen völlig überein, außer darin: Ich glaube, dass das Erfassen der umgebenden Realität bewusst und gefühlsmäßig vor sich geht. Und die Bildhaftigkeit und die Abstraktion halte ich für in ihrem Wesen gleich, denn beides setzt eben das Nicht-Eindeutige voraus. Eigentlich verursacht auch die chaotische Verwendung von Wörtern ein nicht eindeutiges Verständnis.

26. Ich glaube, dass der nicht denkende Mensch sich vor allem durch Bilder (Gedankenbilder, Anm. d. Übers.) nicht selten dazu zwingt, über lange Zeit im offenen Raum umherzuirren.“

27. „Als Ergebnis des Sündenfalls wurde die ganze menschliche Natur verzerrt... Alle Gedanken der Menschen sind jetzt zu jeder Zeit auf die Begierde gerichtet. Der Tod herrscht in der Welt, der Tod ist wirklicher als das Leben...“ – so ein Auszug aus den Überlegungen eines Opponenten.

28. „Gerade derartige Äußerungen entsprechen den schwächsten Stellen in den Deutungen bezüglich der Heiligen Schrift, die den Vertretern der Bewegungen christlichen Charakters angehören.

29. Denn solche dogmatischen Behauptungen würden eher ins Mittelalter passen, in die Zeit, in der bei den Menschen eine ungeheure Angst erzeugt wurde. In die Zeit, als dieser Umstand für diejenigen vorteilhaft war, die die weltliche als auch kirchliche Macht inne hatten.

30. Wenn ein Mensch infolge von unvermeidlich entstandenen, für ihn kennzeichnende Lebensbedingungen bis jetzt aus objektiven Gründen noch nicht normal denken kann, so kann ein angsterfüllter Mensch überhaupt die Fähigkeit zu denken verlieren.

31. Man sollte sich lieber nicht beeilen, so etwas zu behaupten, denn das gereicht eindeutig zum Vorteil überzeugter Atheisten und ist ein Hindernis für vernünftig denkende Menschen, die die Wahrheit suchen.

32. Solch eine oben im Zitat erwähnte Behauptung setzt die völlige Abwesenheit selbstständiger Überlegungen zu ähnlichen Themen infolge der in dieser Behauptung bezeichneten Sinnlosigkeit voraus: "Alle Gedanken des Menschen sind jetzt zu jeder Zeit auf die Gelüste gerichtet."

33. Ich sehe, dass nun gerade diese bedeutsame Zeit da ist, wo sich der Mensch endlich aus der Sklaverei der Sünde befreien kann und nicht nur mit Hilfe des Glaubens allein, sondern auch mit Hilfe der sachkundigen Reflexion all dessen, was sich in dieser Zeit diesbezüglich aus alten Zeiten angesammelt hat.

34. Wenn Glaube ohne tätige Erfüllung erstarrt ist, so muss man vor allem, um einen richtigen Schritt zu machen, das Richtige in ihm ermitteln. Dazu muss man fachkundig denken können.“

35. „Und nur die Kirche Christi ist die Stütze und Festigung der Wahrheit.“

36. „Festigung der Wahrheit im Kern. Und bezogen darauf, wie das ganze Christentum sich bereits geäußert hat, folgt logischerweise die Frage: Und in welcher der traditionellen Deutungen?

37. Im Neuen Testament gibt es einen bildhaften Hinweis darauf, dass, wenn sich ein Haus oder ein Reich in sich teilt, so wird es zugrunde gehen.

38. Und es ist nur dann möglich, in sich getrennt zu sein, wenn im Hause oder im Reich zwei oder mehrere Besitzer oder entsprechend Regenten erscheinen. Die verschiedenen Besitzer oder Regenten beginnen unvermeidlich, das unterschiedliche Verhältnis gegenüber irgendetwas zu behaupten, und dieser Konflikt führt unvermeidlich zum Verfall.

39. Alle christlichen Konfessionen sind untereinander nicht deshalb geteilt, weil sie sich auf verschiedene Texte der Heiligen Schrift stützen, sondern deshalb, weil sie für sich unzählige sich voneinander unterscheidende Deutungen dessen, was in den Heiligen Texten erhalten blieb, als Dogmen deklariert haben.

40. Und das Prinzip nämlich "teile und herrsche" gehört auf die Seite der Gegner Gottes.

41. Ich glaube, dass all diese Absonderungen der christlichen Konfessionen untereinander eben auf dem Nichtvorhandensein einer richtigen Überlegung darüber, was sie haben, basiert.

42. Unter anderem wäre es nützlich, den Versuch zu machen, in der erwähnten Aussage zumindest irgendwie auch logisch Folgendes von verschiedenen Seiten her zu betrachten: "Als Ergebnis des Sündenfalls wurde die ganze menschliche Natur verzerrt."

43. Denn ich sehe zum Beispiel etwas ganz anderes im Bild des Sündenfalles. Ich halte es für vernünftiger, in diesem Bild vor allem den Hinweis auf den Charakter der Sünde zu sehen. Deren Wesen basiert auf einer Handlung, als der Mensch bewusst gegen ein Verbot gehandelt hat. Wenn der Mensch es fühlt und die Unzulässigkeit von etwas einsieht, aber aus niederen Antrieben diesen unzulässigen Schritt trotzdem vollzieht.

44. Jeder beliebige andere Fehler, den der Mensch aus Unwissenheit, aber mit dem aufrichtigen Wunsch, zum Licht zu gehen, zulassen kann, kann auf keine Weise eine Sünde sein. Gerade nur durch solche Schritte erwirbt der Mensch echte Weisheit.

45. Ich glaube, dass es äußerst unpassend ist, sich den Himmlischen Vater als Denjenigen vorzustellen, Der sich sozusagen spontan vorgenommen hat, den Menschen zu erschaffen und danach durch die unerwartete, misslungene Erfahrung traurig wurde, was leicht aufgrund der nicht nur vorhandenen Deutungen, sondern auch aufgrund der Texte selbst vermutet werden kann.

46. Ich bin sicher, dass alles Göttliche zweckmäßig und logisch miteinander verbunden ist. Und folglich sollte man das aber immerhin ein wenig bedenken und verstehen.

47. Ich bitte um Verzeihung, wenn das etwas scharf geraten ist.“

48. Auf die Frage über sein (des Lehrers, Anm. d. Übers.) Glaubensbekenntnis, die seitens einer der Teilnehmer dieser Gesprächssituation entstand, antwortete der Lehrer: „Liebe Freunde, nur zum Zweck eines möglichst interessanten Verlaufes unseres Gespräches möchte ich mich nicht beeilen, etwas in diesem Sinne von mir zu erwähnen.“

49. „Dies kann nur für Sie interessant sein. Wir aber haben in diesem Fall mit Ihnen nicht die gleichen Bedingungen. Denn Sie wissen, wer wir sind“ - insistierte der Opponent.

50. „Nun, warum denn gleich mit Beschuldigungen... Nämlich wenn eine ungleiche Bedingung angeführt wird, so meint man, dass jemand unvermeidlich zu seinem Vorteil der Urheber ist für das Verschieben in die Ungleichheit.

51. Ich denke, dass Gläubige sich von den anderen unterscheiden durch ihr Streben, vor allem das, was irritiert, zu rechtfertigen, während die anderen sich bemühen, vor allem zu beschuldigen und zu verurteilen.

52. Erstens weiß ich gar nicht, wer an dem Forum teilnimmt, denn ich gehe von der Absicht dieses Forums aus, allen, die es wünschen, eine Möglichkeit anzubieten, ihre Ansichten auszutauschen. Mich interessiert überhaupt nicht das Glaubensbekenntnis von jemandem, sondern nur sein Denken.

53. Ich denke, Sie werden zustimmen, dass die unheilvolle Erscheinung des Fanatismus eben durch das Fehlen richtigen Denkens gekennzeichnet ist.

54. Zudem, wenn eingeräumt wird, dass ich mehr weiß als Sie, ist das so, als ob ich vielleicht eine größere Möglichkeit haben würde, die Situation richtiger einzuschätzen?

55. Ich meinte gerade mit meiner Äußerung vor allem das Herstellen der für Sie günstigen Gesprächsbedingungen. Anscheinend gibt es irgendeinen Grund dafür.

56. So bitte ich Sie, dass Sie sich nicht verwirren lassen, denn ich beabsichtige, und werde mich auch weiterhin gemäß meinen Kräften bemühen, mich ihnen gegenüber als ein Freund zu verhalten.“

57. „Ich verstehe nicht, was gibt es Strittiges in meinen Behauptungen? Sind nicht etwa alle Menschen sterblich? Regiert nicht etwa die Begierde die Menschheit (nicht unbedingt im sexuellen Sinne)?“

58. „Vor allem habe ich eben ihre folgende kategorische Äußerung kommentiert: "Als Ergebnis des Sündenfalls wurde die ganze menschliche Natur verzerrt... Alle Gedanken des Menschen sind jetzt zu jeder Zeit auf die Begierde gerichtet. Der Tod herrscht in der Welt, der Tod ist wirklicher, als das Leben."

59. Wenn behauptet wird, dass grundsätzlich alle Gedanken, milde ausgedrückt, nicht ausreichend normal sind, und das zu jeder Zeit, so resultiert auch daher die unvermeidliche Sinnlosigkeit insofern, überhaupt an etwas Hohes zu denken, denn in diesem Fall werden alle Gedanken unvermeidlich negativ entstellt sein.

60. Darum sehe ich in solchen Behauptungen einen gefährlichen Einfluss auf eine psychisch nicht ausreichend reife Persönlichkeit.

61. Und wie konnten dann protestantische Bewegungen im katholischen Milieu durch die Begründer, deren "sämtliche Gedanken zu jeder Zeit auf die Begierde gerichtet waren", überhaupt entstehen?

62. Nach meinem persönlichen Verständnis gibt es den Tod (so, wie er oft gedeutet wird) überhaupt grundsätzlich nicht. Und bei meiner Lebenserfahrung habe ich nicht wenige Menschen getroffen, deren Gedanken ich auf keine Weise als von Begierde gelenkt nennen würde.“

63. „Wie stellen sich dann diese “unvermeidlich entstandenen kennzeichnenden Lebensbedingungen“ dar, die den Menschen hindern, normal nachzudenken?“

64. „Dieser Umstand betrifft die Periode, als das geistige Gewebe (die Seele) zum ersten Mal mit dem biologischen Organismus, dem am Anfang des Entwicklungsweges vor allem immer die instinktiv-egoistische Wahrnehmung der umgebenden Realität eigen ist, vereint wurde.

65. Der Mensch musste sein Leben unvermeidlich zu den Bedingungen beginnen, als sein Denken auf ganz natürliche Weise völlig den egoistischen Naturbesonderheiten untergeordnet war.

66. Darum ist die Wahrnehmung der gesamten Realität und die Reflexionen darüber im Wesentlichen bei vielen bis zur heutigen Zeit beibehalten geblieben, sie war und besteht weiterhin bei vielen eben durch das eigenartige Prisma des Egoismus. Was das objektive Wahrnehmen der umgebenden Realität sehr stark hindert.

67. Der Lebensweg des Menschen setzte von Anfang an eine langwierige und äußerst komplizierte Praxis des Formens jener geistigen Kraft im Innern voraus, die vor allem helfen wird, die instinktiv-egoistische Besonderheit unter völlige Kontrolle zu nehmen, was somit das Bewusstsein die umgebende Realität ohne die Färbung des Egoismus betrachten lässt. Was die Bedingungen des objektiven Wahrnehmens auch ins Leben ruft.

68. Erst danach ist die stabile vollwertige Entwicklung der menschlichen Gesellschaft möglich.“

69. „Und im Ernst betrachtet, ist für mich die Welten umgreifende Kirche nicht irgendeine Konfession“, sagte ein Teilnehmer.

70. „Vor einiger Zeit bildete sich eine sehr kleine Gruppe, die an die Wahrhaftigkeit des gekommenen lebendigen Wortes Gottes glaubt, eben in ihrem Wesen eine eigenartige Konfession und sogar eine Sekte“, kommentierte der Lehrer.

71. „Wie soll man eigentlich Ihre Behauptung über uneindeutige Bilder verstehen?“

72. „Alles ist einfach. Ich habe versucht, darüber zu sagen, dass man einem Bild bisweilen sehr leicht absolut verschiedene Deutungen zuordnen kann, aber das bedeutet nicht, dass keine der Deutungen richtig ist. Man hat sich Bildern gegenüber vorsichtiger zu verhalten, als gegenüber klaren und konkreten Wortbestimmungen.“

73. „Worin besteht der Unterschied zwischen Ihren Gedanken und der christlichen Dogmatik?“

74. „Zum Teil habe ich diese Frage schon oben beantwortet, aber ich füge noch etwas hinzu.

75. Ich bin tief davon überzeugt, dass der Himmlische Vater gut weiß, was Er tut, und Er weiß, wozu das führen wird. Daher sehe ich entsprechend eine völlige Sinnlosigkeit in der Annahme dessen, dass Er den Menschen erschaffen hat, der, das muss betont werden, unvermeidlich den Sündenfall begehen wird und dadurch für Jahrtausende sein Leben verdirbt.

76. Vorauszusetzen, dass sich dieser Umstand dem Gott der menschlichen Rasse als etwas für Ihn Unerwartetes zeigt, ist äußerst unvernünftig. Die existierenden traditionellen Deutungen tragen zu der Entstehung der Schlussfolgerung durchaus bei, dass der Himmlische Vater durch seine Unfähigkeit seine Kinder zu riesigen Leiden, die sich auf viele Jahrtausende ausgedehnt haben, verurteilt hat.

77. War es vielleicht jemandem daran gelegen, so ein Bild zu entwerfen und dem Himmlischen Vater dadurch die Eigenschaften zuzuschreiben, die eher zu der gegenteiligen Quelle passen?

78. Daher ist auch meine Deutung dessen, dass das Verzerren der Wahrnehmung der umgebenden Realität des Menschen nicht durch den “Sündenfall“ erfolgte, sondern früher, und aus völlig natürlichen, im Voraus verständlichen Gründen.

79. Und durch das Bild des Sündenfalles wurde auf die Besonderheit eines nicht zulässigen, sehr verderblichen Fehlers hingewiesen. Es ist ein sehr schadenbringender Fehler, wenn man bewusst das macht, was man schon als falsch verspürt und einsieht.“

80. „Sie haben geschrieben: "... die Entstehung eines fehlerhaften Verständnisses darüber, dass die vollste Anwesenheit Gottes dort sei, wo diese Ikonen sind."

81. Im Evangelium wird nicht verneint, dass es Plätze von besonderer segenspendender Anwesenheit Gottes gibt: "Narren und Blinde! Was ist denn größer: das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt?" (Matth.23:17).“

82. „In diesem Fall meinte ich vor allem nicht den Tempel selbst, sondern den Umstand, dass viele Gläubige in ihrem praktischen Verhalten nicht selten selber die Ikonenbilder, die sie besaßen, an verschiedenen Plätzen, gemäß den Umständen und nach ihrem Gutdünken, haben aufstellen können. Wonach sie anfingen zu denken, dass jetzt an diesem Platz auch schon die vollste Gegenwart Gottes gegeben sei.

83. Jetzt schon, nachdem Sie Ihre Aufmerksamkeit auf diesen Aspekt gerichtet haben, möchte ich etwas Weiteres erwähnen.

84. Und haben Sie versucht, es sich als logisch vorzustellen, dass der Geist Gottes fähig ist, überall auf der Erde ausschließlich gleichermaßen anwesend zu sein? Ausschließlich gleichermaßen!

85. Die Illusion Seiner vollständigsten Anwesenheit zu schaffen, ist nur mit Hilfe entsprechender Gefühle des Menschen möglich. Je mehr Menschen an einem Platz für aufrichtige Gebete zusammenkommen, oder je länger zumindest ein Mensch an einer Stelle ebenso aufrichtig beten wird, umso mehr verändert sich entsprechend das Informationsfeld dieses Platzes.

86. An dieser Stelle, wenn man dies einfacher ausdrückt, beinhaltet das umgebende Milieu die Gebetsgefühle gerade des Menschen selbst. Solch eine Gebetsspur kann sich, je nach Qualität und Kraft, sehr lange halten.

87. Und da diese Informationsfelder dem Menschen am nahesten sind und sogar bekannt sind, da der Mensch etwas Ähnliches schon erlebt hat und dies von ihm schon mit der Verbindung zum Himmlischen Vater assoziiert wird, und wenn der Mensch an solch eine Stelle gerät, so schafft eben vor allem diese vom Menschen hinterlassene Gebetsspur das Gefühl der vollständigsten Anwesenheit Gottes.

88. So können nur der Mensch und das Menschliche in unterschiedlichem Maße an verschiedenen Stellen anwesend sein. Und es ist absolut falsch, eine Parallele zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen zu ziehen.

89. Ein Beispiel ist leicht anzuführen: Wenn jemand irgendwo aktiv den Teufel verehrt, so wäre das so, als ob man sagen könnte, dass an diesem Platz durch solch ein niedriges Benehmen weniger von Gottes Geist vorhanden wäre?

90. Wenn Sie "ja" sagen, dann sollte man unvermeidlich dem zustimmen, dass die Kraft des Teufels bei weitem mächtiger ist als die Gottes und sie darum fähig sei, sie zu verdrängen. Aber das ist auf keine Weise möglich!!!

91. Dort, wo man sich so niedrig verhält, ist außer dem Geiste Gottes, der überall strömt, auch einfach der grobe Vibrationshintergrund der menschlichen Emotionen als ein entsprechendes Energie-Informationsfeld vorhanden. Eben dieses Feld, so, wie dem Menschen am meisten eigen, wird sich als erstes auf die Gefühlswelt von jedem, der an diesen Platz gerät, auswirken.

92. Aber dies wird überhaupt nicht bedeuten, dass es nicht den Geist Gottes an diesem Platz gibt, oder dass man ihn künstlich vermindert hat.

93. Darum auch möchte ich mit meinen früher ausgedrückten Gedanken das betonen, dass Gläubige in gleichem Maße mit dem Kirchenraum auch den Raum um die Kirche herum schätzen können.“

94. „Sie haben geschrieben: “Ich glaube, dass in diesem Umstand die Naivität und das falsche Verhalten zum Himmlischen Vater sehr markant zutage trat, denn durch dieses Erscheinen begann man Gott ausschließlich menschliche egoistische Eigenschaften auf sehr unvernünftige Weise zuzuschreiben, indem man sich ausdachte, auf welche Weise Er Gebete besser erhören könne“. Das sind einfach ihre Annahmen...“ – kommentierte einer der Teilnehmer am Gespräch die Aussage Wissarions.

95. „Ich gestehe, dass mich ihre Erwiderung verwirrt hat und wachsamer werden ließ. Man kann in ihr zu viel Negatives sehen.

96. Nun, auch gut. Ich hoffe, dass mir dies einfach nur so erschienen ist.

97. Wenn sie mit dem von mir im Zitat berührten Thema nicht einverstanden sind, so finde ich, dass es eben für die Verhältnisse des Forums günstiger wäre, wenn sie eine andere Erklärung abgeben würden. Es verhält sich einfach nicht korrekt mit so einer Erwiderung, wie sie sie gegeben haben.

98. Nichts desto weniger ist es angebracht, Gott ausschließlich menschliche negative Emotionen wie Hass, Eifersucht und weitere Dummheiten zuzuschreiben?

99. Diese Emotionen können grundsätzlich nur auf der Basis der naturgegebenen instinktiven Gefühlswelt des biologischen Menschenorganismus entstehen. Sie sind für die geistige Welt des Menschen eindeutig verderblich und können nur als die Frucht geistiger Schwäche markant erscheinen.

100. Ich bin tief davon überzeugt, dass der Himmlische Vater alle gleichermaßen liebt: so wie die rechtschaffenen Menschen, so auch die Sünder. Beliebige negative Emotionen, wie übrigens überhaupt alle Emotionen, sind Ihm grundsätzlich nicht eigen.

101. Die Emotionen sind ein untrennbarer Teil psychischer Erscheinungen des biologischen Organismus (ebenso bei Tieren, aber in weniger breitem Umfang als beim Menschen). Dies entspricht mehr der Harmonie des Seins.“

102. „Sie haben das von mir angeführte Zitat aus den Schriften nicht kommentiert. Warum hat Christus gesagt, dass das Gold eben im Tempel geheiligt wird? Und warum haben die Apostel den Tempel von Jerusalem besucht, obwohl sie wussten, dass man Gott an jeder Stelle verehren kann (Johannes 4:23)?“

103. „Als ich mit dem von ihnen erwähnten Auszug aus dem Neuen Testament in Berührung kam, habe ich daraus, wie er verwendet wurde, auf keine Weise ersehen können, dass dazu ein Kommentar gegeben werden sollte.

104. In so einem Fall könnte man einfach nachfragen, wie ich irgendeine konkrete Äußerung verstehe.

105. In meiner gestrigen Mitteilung habe ich dieses Thema schon teilweise berührt. Neben dem aufrichtig betenden Menschen verändert sich kennzeichnenderweise die Struktur des Raumes, wie auch die Struktur aller sich in der Nähe befindlichen Gegenstände, egal, ob Stein, Metall, Wasser und so weiter.

106. Und an den Stellen, wo Betende in großer Menge und regelmäßig zusammenkommen können, formiert sich eine mächtige Gebetsspur, die nicht nur auf günstige Weise dazu verhilft, sich auf das Gebetsgespräch mit Gott einzustimmen, sondern auch aktiv genug die Struktur von allem, was sich innerhalb des Tempels befindet, verändert.

107. Wenn man ebenso an irgendeinem Platz unter freiem Himmel zusammenkommt, wird der Effekt gleich stark sein. Der Raum des Tempels dient dem Schaffen eines psychisch günstigen Milieus nur für den Menschen selbst.“

108. „Der Heilige Geist ist überall gegenwärtig, wirkt aber überall unterschiedlich. Eben darum sind in der Schrift solche Worte anzutreffen: "Denn noch war der Geist nicht da" (Johannes 7:9) (in russ. Bibelübers.: nicht bei ihnen, Anm. d. Übers.).“

109. „Ich meine, dass es in diesem Fall richtiger wäre, den Unterschied zu verstehen zwischen der Anwesenheit des Heiligen Geistes überhaupt und dem zielstrebigen, zeitlich begrenzten, auf einen Punkt ausgerichteten Einfluss des konkreten Willen Gottes.

110. Im Raum eines jeden Hauses, in dem sein Hausherr wohnt, der sein Haus liebt und es pflegt, wird überall der Geist dieses Hausherren gegenwärtig sein, aber ein Nagel irgendwo in diesem Hause wird nicht vom eigentlichen Geiste dieses Menschen, sondern durch eine zielstrebige Bemühung dieses Menschen selbst eingeklopft.“

111. „Kein orthodox glaubender Mensch wird sagen, dass Gott ohne Ikone nicht hört und nicht sieht“ – so der Einwurf eines Opponenten.

112. „Ich weiß das sehr gut, deshalb meinte ich einen anderen Umstand.

113. Das, was ich meinte, kann man leicht an vielen Beispielen sehen. Richten sie ihre Aufmerksamkeit darauf, wie sich ein Mensch in einer Kirche und außerhalb deren Mauern benimmt.

114. Natürlich meine ich in diesem Fall überhaupt nicht alle Gläubigen ohne Ausnahme. Ich kenne diejenigen, die an beliebiger Stelle die Anwesenheit Gottes bebend verspüren, aber das sind Einzelfälle.“

115. „Warum denken Sie, dass Orthodoxe Gott falsche Eigenschaften zuschreiben? Die Orthodoxe Kirche lehrt nicht, dass Gott diejenigen, die vor Ikonen beten, besser erhört.“

116. „Ich meinte nicht so ein Verständnis der Orthodoxen, dass ihr Gebet dann besser erhört würde, wenn es vor einer Ikone gesprochen wird. Sondern derart, dass viele von ihnen, wenn nicht alle, fest verstehen, dass jeder der von ihnen verehrten Heiligen angeblich besser für sie bei Gott um die Erfüllung eines Wunsches bitten könnte. Weswegen auch Gebetsansprachen an solche Heilige, und selbst an die Mutter Maria, die einst den Körper von Christus geboren hat, verbreitet wurden.

117. Diesen Umstand halte ich für die Frucht einer äußerst primitiven Einschätzung dessen, was mit dem Wesen Gottes verbunden ist, und ich bin tief davon überzeugt, dass Sie dem gegenüber eben keine logische und vernünftige Rechtfertigung geben werden.

118. Ich denke, Sie stimmen zu, dass Gott allgegenwärtig ist, dass Er in gleichem Maße neben jedem Menschen weilt, und folglich fähig ist, offensichtlich ausgedrückte, als auch nicht ausgedrückte Gedanken eines jeden Menschen gleich klar wahrzunehmen.

119. Noch mehr als das, Er versteht ausgezeichnet das, was für diesen Menschen in Wirklichkeit notwendig ist, auch ohne Zusammenhang mit einer Bitte seitens dieses Menschen, und (ich hoffe, dass Sie wieder zustimmen), Er gibt dem Menschen das Notwendige unabhängig davon, ob der Mensch darum bittet oder nicht!

120. Entsprechend hat man zu verstehen, dass keiner von den sich neben dem Menschen befindenden Heiligen, in einem für den Menschen nicht sichtbaren Zustand und als Hilfe für ihn, niemals, ohne schon im Voraus vom Himmlischen Vater vorherbestimmt, dem einen oder anderen Menschen die notwendige Hilfe geben kann.

121. Eben darum kann man in der Hinwendung der Menschen vor allem zu irgendeinem Heiligen ganz einfach sehen, dass der Mensch aus seinem unvollständigen Verständnis heraus unberechtigterweise im Wesen Gottes bestimmte menschliche Besonderheiten unvermeidlich voraussetzt.“

122. „...Es geht darum, dass ich für jene Gläubigen, die die Lehre über die Ikonenverehrung falsch verstehen oder die Schrift falsch deuten, keine Verantwortung tragen kann. Bei diesem Thema verteidige ich die orthodoxe Glaubenslehre!!!!“ – so ein Zitat aus der Erwiderung eines Opponenten.

123. „Na, so was, da haben wir's, das habt ihr jetzt geschafft, Leute! Obwohl meine Erfahrung mit dem Internet noch ganz gering ist und ich es geschafft habe, nur an einigen Foren teilzunehmen, haben Sie mich jetzt aber in Staunen versetzt.

124. Das Forum kann für seine Teilnehmer ausschließlich nur dann passend und vernünftig sein, wenn die Teilnehmer die Wahrscheinlichkeit dessen voraussetzen, dass die Äußerungen anderer Teilnehmer wahrhaftig sind.

125. Den Inhalt in dem angeführten Zitat kann man auf keine Weise, entschuldigen Sie mich, klug und überhaupt für das Forum angebracht nennen. Auf diese Weise tragen Sie ganz und gar nicht dazu bei, dass das Forum interessant wird.

126. Sie haben doch durch solch eine Äußerung alle Andersdenkenden eindeutig als Blinde bezeichnet. Was für einen Sinn hat es dann, dass die Blinden etwas ausdrücken, wenn man nicht bereit ist, ihre Gedanken normal zu verstehen?

127. In diesem Zusammenhang wäre es für Sie richtiger, nur mit den Gleichgesinnten ihres Glaubens oder mit denen, die nur zuhören möchten, zu kommunizieren. Aber auf keine Weise auf einem Forum, wo nicht nur einfach Andersdenkende teilnehmen, sondern auch diejenigen, die ihre Fähigkeit schätzen, über die ganze sich ereignende Realität breit und frei nachdenken zu können.

128. Eben auf dem Felde des Kommunizierens mit solchen Denkenden, soweit ich es auf Ihrem Forum bemerken konnte, erscheint bei Ihnen ganz markant das Problem einer adäquaten Reaktion auf ihre Gedanken. Das begonnene Gespräch wird ziemlich schnell unseriös.

129. Ich bin absolut sicher, dass es jetzt in Zukunft schon eben solche Menschen geben wird.

130. Es wäre vernünftig, wenn Sie sofort alle benachrichtigen, dass Sie an allen Gedanken außer der 'orthodoxen' nicht interessiert sind, dass Sie das Ziel verfolgen, nur das Verständnis, an welches zu glauben Ihnen von anderen bestimmt wurde, anderen nahezubringen. Was entsprechend aussagt, dass diejenigen kein Recht haben, zu Themen der von Ihnen gewählten Glaubenslehre selbstständig und frei nachzudenken.“

131. „Sie haben geschrieben: "Sie haben doch durch solch eine Äußerung alle Andersdenkenden eindeutig als Blinde bezeichnet." Wann habe ich denn so etwas gesagt???? Jeder Mensch hat ein Recht auf seine Meinung“ – so das Zitat aus einer Erwiderung des Opponenten.

132. „Zurück zu Ihrer Äußerung, die ich für unbedacht halte: "Es geht darum, dass ich für jene Gläubige, die die Lehre über die Ikonenverehrung falsch verstehen oder die Schrift falsch deuten, keine Verantwortung tragen kann."

133. Ich vermute, dass Sie Ihre Äußerung einfach nicht richtig einschätzen konnten, aber es ist sehr wichtig, den Ausdruck "falsch verstehen und falsch deuten" gekonnt und angebracht zu verwenden.

134. Vernünftig und in rechter Weise angebracht darüber zu sprechen, dass jemand die Schrift falsch deutet, ist nur in einem Fall möglich – wenn der, der das sagt, die Genauigkeit seiner eigenen Deutung derselben Textstelle garantiert kennt.

135. In diesem Fall, da bin ich sicher, können Sie das in Bezug auf sich selbst nicht garantieren. Sie können nur in angebrachter Weise von Ihrem Vertrauen an den von jemandem angenommenen Gedanken sprechen. Nur das.

136. Darum ist es im Forum nicht korrekt zu erwähnen, dass überhaupt jemand die Schrift nicht richtig deutet. Sonst läuft alles unvermeidlich auf den Sinn hinaus, auf den ich hingewiesen habe.

137. Ebenso auch über das falsche Begreifen, wie Sie das nennen, der Lehre von der Ikonenverehrung. Wollen wir vernünftig denken.

138. Grundsätzlich kann nur der Lehrer die Lehre geben. Die Bedingtheit, die mit der Ikonenverehrung verbunden ist, war von einer Gruppe gläubiger Menschen gebildet worden, und nur so war es. Daher ist diese Bedingtheit grundsätzlich nicht als eine Lehre zu bezeichnen.

139. Vernünftiger ist es zu sagen: Es gibt eine bestimmte Ansicht zu so einem Thema seitens derjenigen, die sich alle gemeinsam als Sünder sehen und sich entschieden haben, diese Ansicht für alle weitere Generationen, die sich als orthodoxe Gläubige bezeichnen, zum Gesetz zu erheben.

140. Daher ist es auch nicht richtig, überhaupt von einem falschen Verständnis über das Thema der Ikonenverehrung zu sprechen. Man kann dieses Thema nur anders betrachten, nicht aber auf falsche Weise.

141. Und noch etwas sehr Wichtiges: Wenn Sie es wirklich zulassen, sich fest daran zu halten, was in dem obigen Zitat angeführt wurde, dann werden Sie im Prinzip unfähig sein, die anderen Gedanken ihrer Gesprächspartner auf normale Weise zu reflektieren und zu begreifen, wie stark Sie sich auch bemühen und auch verschiedene Losungen zum Thema, bezüglich Ihres eigenen Interesses daran, ausdrücken würden. Es wird ein bestimmtes psychologisches Gesetz funktionieren, das nicht in Ihrer Macht steht und dem Sie völlig untergeordnet sind. Ich wage es, Ihnen dies zu versichern.“

142. „Wie kann man mit einem Menschen sprechen, für ihn irgendwelche Argumente anführen, ohne sogar eine Vorstellung davon zu haben, zu welcher Lehre er sich bekennt: der Lehre vom Atheismus, der von Blavatskaja, oder sonst irgendeinem Mischmasch?“ – so der Einwurf eines Opponenten.

143. „Ist schon irgendwie recht grob für ein Forum.

144. Die Vernunft des Denkens setzt die Folgerichtigkeit irgendeines Ausdrucks voraus, nicht aber die Zuspitzung der Aufmerksamkeit darauf, woher man diesen Ausdruck herauszureißen fertiggebracht hat.

145. Es ist für einen vernünftigen Menschen nicht wichtig, wer was gesagt hat, sondern wichtig, was gesagt wurde...

146. Erlauben Sie mir bitte, meinen Gedanken diesbezüglich noch ein wenig zu erläutern.

147. Ich finde, dass man immer bereit sein sollte, etwas jedem Fragenden zu erklären und auch seine eigene Meinung mitzuteilen, wenn irgendein Kontakt mit irgendeinem Menschen einen dazu veranlasst.

148. Es ist nicht richtig, sich zu Beginn eines solchen Gespräches mit einem Unbekannten vor allem für irgendwelche Informationen über ihn zu interessieren. Man soll ihn selber entscheiden lassen, ihnen etwas über sich zu erzählen oder nicht.

149. Eine andere Sache ist es, wenn ihr Gesprächspartner nach Beginn ihres Kennenlernens durch den Meinungsaustausch beginnt, auf ihre Äußerungen, auf die in ihrem Wesen friedlichen Gedanken, irgendwie unangemessen zu reagieren. So ein Umstand etwa kann Sie darauf hinweisen, dass es günstig ist, Ihre Äußerungen zu beschränken oder überhaupt einzustellen.“

150. „Ich verstehe einfach nicht, warum der Mensch immer wieder verneint, auf eine einfache Frage zu antworten – welche Weltanschauung er vertritt? Dieser Grund mag den anderen Mitgliedern des Forums kaum gefallen.“

151. „Wenn irgendwelche Motive eines Menschen nicht verständlich sind, so ist es wiederum nicht richtig, eindeutig nur etwas Negatives vorauszusetzen. Denn es können auch durchaus positive Motive vorhanden sein, die Sie nicht völlig einschätzen können, und, was nicht weniger von Bedeutung ist, dies nicht richtig benutzen können.

152. Man muss einfach völlig dem Himmlischen Vater vertrauen, denn die Umstände verknüpfen sich durch Sein Wissen und überhaupt nicht zufällig! Ist das nicht etwa so?

153. Natürlich bin ich bereit, etwas bezüglich meiner Anschauung zu sagen, aber, glauben Sie mir: Ich weiß genau, wie leicht wir weit von den im Forum gestellten Themen abweichen werden, falls ich ziemlich eingehende Erklärungen auf Ihre Frage über mich gebe.

154. Ich beantworte deshalb diese Frage ausschließlich nur wegen guter Beweggründe nicht.

155. Obwohl ich ein klein wenig hinzufügen möchte. Man kann mich nicht einen Gläubigen nennen, aber es ist auch völlig falsch, mich als einen Ungläubigen zu bezeichnen. Ich sehe mich einfach bloß als Wissenden. Aber ich denke, dass ich durch so eine in ihrem Wesen wahrhaftige Antwort nur die Verwirrung vermehre.

156. Mich interessiert auf dem Forum vor allem nach Möglichkeit eine gründliche und logische Gedankenäußerung, nicht aber ein trockenes Verwenden von Zitaten mit Aussagen von irgendjemandem, die mir auch sehr gut bekannt sind.

157. Das Gesetz der Entwicklung des Menschen ist im Prinzip nur eines für alle Menschen, unabhängig davon, wie der Mensch es im gegebenen Augenblick selbst versteht, folglich kommen die Menschen zur geistigen Einheit ausschließlich durch die Fähigkeit, dieses Gesetz richtig zu verstehen.

158. Das Gesetz der Entwicklung des Menschen, wie auch überhaupt jedes Gesetz in der Welt der Materie, ist logisch und erkennbar.

159. Ein prinzipielles Nichterkennen ist nur in einem Fall möglich – wenn die Energie-Informationsbasis des erkennenden Bewusstseins niemals der ähnlichen Basis des Erkennbaren entsprechen wird.

160. Frieden und Glück!“