Vadim 17

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  Kapitel 1  

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Darf man verallgemeinernde Aussagen über andere treffen? ~ Möge man euch treten, jagen, bespucken – das soll euch nicht kümmern. ~ Wenn der Mann nicht vorhat, eine Familie zu gründen, so soll er keine Initiative ergreifen. ~ Ihr müsst Möglichkeiten schaffen Alte und Kranke zu versorgen. ~ Ihr müsst Schulen und Kulturzentren errichten. ~ Wenn ihr Geld verdient, so schmeißt es nicht einfach raus. ~ Alle Kulturschaffenden sind sehr große Egoisten. ~ Ihr werdet anhand all der Schwierigkeiten, die ihr erlebt, gut geprüft.


1.Ein neues Jahr begann. Die Treffen mit dem Lehrer gab es weiterhin nach der Verschmelzung im Farntal. Dieses Tal blieb der einzige Platz, wo der Lehrer an einigen Sonntagen Treffen durchführte, indem Er Fragen der Gläubigen beantwortete.

2. Hier Fragmente der Treffen mit dem Lehrer vom fünfundzwanzigsten Januar und vom fünfundzwanzigsten Februar.

3. „Ist meine Aussage einem Bruder gegenüber, dass seine Reaktionen den Reaktionen eines Estländers ähneln...“

4. „Reaktionen eines Estländers?“

5. „Ja.“

6. „Aber dies ist schon Estländern gegenüber demütigend, wenn da ein negativer Sinn mitschwingt.“

7. „Wenn man sagt, dass Estländer sehr langsam seien.“

8. „Aber wenn du dich normal gegenüber dem Begriff "Langsamkeit" verhältst, so kann man das natürlich so sagen. Aber eigentlich gibt es dann ja keinen Sinn, die Parallele zu Estländern zu ziehen.

9. Also, dann lächle auch so gutherzig, damit bei dem Menschen eindeutig die Empfindung entsteht, dass du gutherzig, auf gute Weise seine Langsamkeit eingeschätzt hast, nicht aber als etwas Verächtliches, als etwas Unwürdiges.

10. Ihr seid doch von unterschiedlichem Temperament, habt unterschiedliche Besonderheiten. Einige von euch machen etliche Arbeiten so langsam, dass derjenige, der in der Nähe ist, zu ihm hinrennen, ihm etwas aus den Händen reißen und es schnell machen möchte. Man kann kaum dahin gucken, wie langsam es gemacht wird“, lächelte der Lehrer.

11. Aber dies alles hängt von eurem inneren Temperament ab. Man soll lernen, sich auch dem gegenüber wohlwollend zu verhalten. Denn der Mensch kann nicht innerhalb irgendeiner einzigen Stunde anders werden, das ist seine Besonderheit.

12. Also soll man ihn auf so einen Platz stellen können, wo so etwas am wohlbringendsten sein kann und sich dem gegenüber einfach, gut verhalten.“

13. „Und darf man verallgemeinern? Wenn man einen Menschen mit etwas vergleicht, so ist das eine Übertretung der Gebote...“

14. „Man darf etwas nur im guten Sinne mit etwas vergleichen. Wenn man einem Menschen sagt: "Nun, du scheinst wie die Sonne, es ist so angenehm neben dir, so warm!" – das bedeutet doch nicht, dass er sofort konfus wird, dass er gekränkt sein wird, dass es ihm schwerfallen wird, weiterzuleben. Nein, es wird ihm fröhlich zumute. Also, je nach dem, was im Weiteren für ein Vergleich angeführt wird.

15. Darum kann man nicht prinzipiell verbieten, einen Vergleich zu ziehen. Und was da eben mit diesem Vergleich gemeint ist – gerade darauf soll man sein Augenmerk richten.

16. Ihr sollt euch Allem gegenüber mit Verständnis verhalten. Verständnis lässt euch eine Situation so, wie sie ist, annehmen und sie gewinnend nutzen. Wenn es dort eine unangemessene Langsamkeit gibt und etwas beschleunigt werden muss, so soll man dies irgendwie günstig nutzen. Nicht aber dem Menschen verbieten, mit seiner Langsamkeit zu leben. Er kann doch nicht anders leben.

17. Und wenn ihr ihn leben lasst und euch bei ihm bedanken könnt, wenn ihr irgendwo eure Freude bezüglich seiner Handlungen ausdrücken könnt – dann möchte er auch weiterleben. Das ist seine einzige Möglichkeit, nützlich zu sein. Nun, so hat er da mal solche Möglichkeiten! Man muss es fertigbringen, sich dem gegenüber dankbar zu verhalten.“

18. In einer der Antworten sagte der Lehrer: „Da stecken auch bei euch all eure Probleme. Ihr fordert voneinander Güte, und selber verliert ihr die Möglichkeit, sie anzuwenden.

19. Möge man euch treten, jagen, wälzen, so wie man will, möge man auf euch spucken – das soll euch nicht besonders interessieren. Ihr habt es verdient, wenn man sich euch gegenüber so verhält. Nun, fertig, warum seid ihr denn dann so besonders traurig? Ihr seid dessen wert.

20. Steht auf, geht weiter, lernt leben, lernt, der Sonne entgegenzugehen, Wärme, wovon es wenig in eurem Inneren gibt, weiter zu schenken. Nun, verschenkt sie... Ihr sollt auch nur darüber besorgt sein – wie ihr euch gegenüber den anderen, die um euch herum leben, verhaltet.

21. Und ihr fragt Mich immer, wie sich die anderen euch gegenüber verhalten. Ist ja doch auch egal, wie man sich euch gegenüber verhält! Ist unwichtig.

22. Ihr sollt nur in Bezug auf euch fragen: wo ihr in Sorge seid, ob ihr bei irgendeiner Handlung den Bogen nicht überspannt habt und ob dieser Bogen nicht wegen eurer groben Kraftübungen bersten wird. Fragt mit Sorge auch da so etwas, inwieweit ihr selbst jemandem mit euren Handlungen Schmerz zugefügt habt. Das ist eine interessante Frage, eine angenehme Frage.

23. Aber ihr immer über die anderen... Es ist nicht richtig, sich so zu verhalten. Darum sind viele Fragen für Mich nicht interessant. Vie-ie-le! Es gibt davon weiterhin viele...

24. Lernt, demütig zu sein. Gibt man euch etwas nicht, so heißt das, dass ihr das nicht braucht. Seid bei diesem Thema nicht in Sorge. Sonst, wenn ihr in Sorge seid, verhält es sich so, als ob ihr der Meinung wäret, dass ihr das verdient habt, man es euch aber nicht gibt. Aber ihr schätzt euch selbst schon als diejenigen ein, die viel verdienen. Das ist nicht bescheiden, ein Gläubiger soll sich so nicht verhalten.

25. So etwas produziert viele psychologische Probleme in eurem Leben, wenn ihr das Leben auf diese Weise wahrnehmt. Gibt man euch nicht – so ist es nicht nötig. Spuckt man auf euch – so ist das euer Wert. Normal, geht weiter. Entschuldigt euch und geht weiter, bemüht euch wiederum, würdig zu sein.

26. Aber bemüht euch in so einem Fall nicht entsprechend irgendeiner eurer Wahrheiten. Ihr werdet nicht nach dem Göttlichen streben, ihr werdet nach dem Menschlichen streben, nach irgendeiner egoistischen Wahrheit...“

27. „Ist solch ein Verständnis richtig, dass, wenn es einen alleinstehenden Mann gibt und eine Frau, die ihm gegenüber Gefühle hat, der Mann aber aus irgendwelchen Gründen dabei keine Möglichkeit sieht, mit ihr eine Familie zu gründen und somit keine Initiative zeigt, sie zu besuchen, um sich mit ihr zu unterhalten?“

28. „Richtig, richtig. Wenn der Mann nicht vorhat, eine Familie zu gründen, so soll er von seiner Seite aus besser nicht die Initiative ergreifen. Er kann mit diesem Menschen befreundet sein, kann sich seinerseits gegenüber irgendwelchen Initiativen, die geäußert werden, wohlwollend verhalten, selber aber sollte er keine Initiative ergreifen, weil er dann Hoffnung erweckt.“

29. „Und bezieht sich Deine Antwort auf einen derartigen Fall, wenn die Frau nicht verliebt ist, sondern ihm einfach Freund ist, also wenn sie keine solche Gefühle hat? Oder soll dann der Mann auch keine Initiative äußern?“

30. „Doch, in diesem Fall ist es möglich. Aber welche gegenseitigen Beziehungen setzt eine Freundschaft voraus? Auf welcher Grundlage findet diese Freundschaft statt? Einfach gut miteinander kommunizieren? Darf man einfach mal vorbeischauen, um zu plaudern?“

31. „Ja, in der Art.“

32. „So kann man es machen.“

33. „Lehrer, was ist in Wahrheit das Bol-Sib (ein Holzverarbeitungs-Betrieb in Petropawlowka – Vadim)?“

34. „Das Wahrhafte vom Bol-Sib? Nun, das ist eine Möglichkeit, etwas für diejenigen unter euch zu bauen, die ins hoch betagte Alter kommen, um irgendwo zu wohnen und zu essen.

35. „Denn insofern ihr die Familie (Einige Familie im Dorfverbund, Anm. d. Übers.) nicht auf normale Weise aufbaut, werden viele von euch ohne irgendetwas in Umstände geraten, unter denen ihr nicht überleben werdet. Ihr werdet nicht euer Haus heizen können, ihr werdet nicht Brennholz herbeischaffen können. Das heißt, ihr treibt euch selber allmählich in schwierige Umstände hinein.

36. In einer normalen Familie, wenn ihr alles gemeinsam gestaltet, werdet ihr diejenigen unter euren Gefährten umsorgen, die auf diesem schwierigen, ernsten, grandiosen Wirkungsfeld alt werden. Ihr müsst Kranke behandeln können, sie müssen doch betreut werden.

37. Ihr lebt so, dass ihr vor allem irgendwie nur euch selbst mehr oder weniger versorgen könnt. Es werden aber sehr wenige Bemühungen unternommen, um den euch Nahestehenden zu helfen. Und solche Verhältnisse, welche diese Aufgaben lösen könnten, werden nicht aufgebaut.

38. Und so ergibt es sich bei der Beobachtung all dessen, dass es wünschenswert ist, diesen Teil irgendwie abzudecken, damit es bei euch keine großen Tragödien gibt (auf die ihr sehr aktiv zugeht).

39. Darum handelt es sich hier um so eine eigenartige Seite, die einen riesigen Mangel abdeckt, der eben mit dem Äußeren eures Lebens verbunden ist. Dies zumindest irgendwie ausgleichen und irgendwie abdecken...

40. Um so mehr muss man eine Schule bauen, man muss sehr viele irgendwie geartete Kulturzentren bauen, in denen ihr euch entwickeln könnt. Aber so, wie dies alles sich bewegt, wird so etwas nicht gebaut. Dies wird auch nicht gebaut werden bei so einer Fortbewegung.

41. Es vollzieht sich so, dass man abwarten muss, wenn jeder von euch auf ernsthafte Weise reicher wird und schon von sich aus von dem Seinen etwas jemandem in dessen Not abgeben kann, irgendeinen kleinen Teil für den Bau einer Straße, noch etwas für etwas anderes... Jemand braucht ein Haus, denn ein Mensch hat zum Beispiel nichts, aber er gibt all seine Kräfte dafür, damit Die Kirche gedeiht...

42. Woher denn kann man dann all das nehmen? Abwarten, dass ihr so reich werdet? Dies wird kaum gelingen. Auf diese Weise könnt ihr hier nicht verdienen. Ihr werdet bestenfalls eure Familie versorgen, und das ist alles. Und ein riesig großer Teil der Menschen wird allmählich arbeitsunfähig. Und was soll man dann mit ihnen machen?

43. Viele Kirchen existieren, weil die Menschen in Städten leben, fortwährend an verschiedenen Arbeitsplätzen arbeiten, und es entsteht ein ziemlich gutes Einkommen durch verschiedene Spenden, Verkäufe, Handelstätigkeit, und es kommt irgendeine große zusätzliche Summe zusammen, die noch für etwas Wohltätiges ausgegeben werden kann. Dort wird so etwas einfacher gelöst.

44. Aber ihr seid in Verhältnisse gekommen, wo ihr nicht so einfach verdienen könnt. Aber ihr könnt hier nur geschlossen leben, indem ihr wirklich die echte Einige Familie schafft, wenn ihr, wie schwer es auch für euch sein mag, auch euren Nächsten betreut, euch immer darum sorgt, was mit ihm passiert, womit ihr ihm wirklich nützlich sein könnt. Das letzte Stück Brot teilen, wenn es nötig ist. Aber diese Sorge, diese Einigkeit muss gebaut werden. Das ist bis jetzt nicht geschafft worden.

45. Ihr wisst es, ihr versucht es. Irgendwo strengt man sich ein wenig an, irgendwo anders – interessanter, aber bis jetzt sind diese Bemühungen meistens schwach. Und sofort entsteht eine ernste Abweichung. Sie ist wie eine Saat, die im Nachhinein für euch schon nicht besonders günstige Früchte zeitigen wird.

46. Darum möchte man dies auch wenigstens irgendwie von dem Standpunkt aus lösen, zu dem ihr sowieso neigt. Dies zumindest irgendwie organisieren, daraus zumindest irgendwie irgendein Wohl entnehmen.

47. Nur auf diese Weise wurde dies alles betrachtet. Darum war es anfangs auch nicht geplant, aber nur davon ausgehend, wie bei euch alles verläuft, wurde dies als günstig erachtet.

48. Darum, wenn ihr euch beeilt, Geld zu verdienen, so darf man nicht sagen, "schmeißt es raus". Natürlich könnt ihr jetzt viele lebenswichtige Aufgaben ohne es nicht lösen.

49. Aber ihr sollt euch einfach daran erinnern, woher man dieses Geld nimmt, und im Weiteren dabei schon das betrachten, was ihr dafür macht, dass ihr das später nicht mehr vollzieht. Und tut ihr wirklich etwas dafür? Oder lebt ihr so, dass ihr hofft, es so weiter machen zu können: "Lasst uns mal später sehen"? Auf diese Weise kann man dieses Problem nicht lösen.

50. Also, ihr seid jetzt in die Situation geraten, wo der Mammon verehrt wird. Aber vergesst das wenigstens nicht. Und bemüht euch, eine andere Seite zu betrachten. Es gibt hier nichts mehr dazu zu sagen. Ich kann nicht sagen "wendet euch ab". Ihr könnt es nicht, es wird nicht gelingen.

51. Wäret ihr alleinstehend (und dabei wäre es auch einfacher, vor allem mit Männern), so würden wir irgendwo zusammenkommen, irgendwo etwas bauen, würden Gruben ausheben und dort ruhig leben. Kein Problem! So etwas ist keine Heldentat.

52. Aber wir sprechen von einer anderen Gesellschaft – nicht einfach davon, dass sich irgendeine Gruppe so zurückzieht und sich über eine gewisse Harmonie mit der umgebenden Welt, mit Gott freuen kann. Dies ist doch keine lebensfähige Gruppe von Menschen, sie werden nicht lange leben. Sie werden so lange leben, wie ihr eigener Körper dies auszuhalten fähig ist, und das ist alles, damit wird alles enden. Danach werden sich alle an sie erinnern, sich freuen, laufen, um sie anzubeten, den Geist dieser Helden um Schutz bitten. Aber das ist schon alles!

53. Aber wir sprechen doch von Kindern, darüber, dass es schön wäre, wenn viele zur Welt kommen. Und falls es gut wäre, dass sie in einer Vielzahl zur Welt kommen, so heißt das, sie sollen auch unterrichtet werden, es wäre schön, sie von der Position der Kultur, der Kunst aus zu erziehen. Folglich muss man dies alles entwickeln und fachkundig entwickeln.

54. Denn der Bereich der Kunst - ist auch so eine gefährliche Sache. Dort drängt der Egoismus derart, oh – oh! Alle Kulturschaffenden sind sehr große Egoisten, sie können die Tätigkeiten ihrer Nächsten nicht richtig annehmen, sie möchten sich immer hervorheben.

55. Darum ist dies wiederum so ein gefährliches Wirkungsfeld... Wo, wenn ihr euch geistig nicht richtig entwickelt, ihr als Mensch keinen Groschen wert seid. Obwohl, wenn ihr auch kein schlechter Meister wäret, aber als Mensch seid ihr dann nicht besonders angenehm. Und folglich läge auch dem entsprechend im Bereich der Kultur, der Tätigkeit eurer Hände, nichts Gutes, denn dort wird sich vor allem eben euer Egoismus widerspiegeln.

56. Alle Werke eurer Hände schon von der Position des Geistigen aus betrachten können – dies da ist die Aufgabe, die ihr auch lösen können sollt. Rechtzeitig notwendige Fragen stellen, euren Geist richtig formen, und dann könnt ihr euch schon richtig äußern.

57. Sonst ist das alles etwas Leeres. Ebenso der Wettlauf, so, wie man das auch immer bei allem sehen kann, wo sich jedermann bemüht, der Erste zu sein, bemüht ist, besser zu sein, den Mangel der anderen zu betonen und so weiter. Das alles war immer so, alle sind auch deswegen gestolpert. Und all diese Werke, wo eben so ein Geist eingeprägt ist, sind keinen Groschen wert.

58. Daher ist dies ein großes Thema – die Fähigkeit, etwas sehr Richtiges in euren Nächsten, in den Kindern heranzuziehen. Denn es wird damit anfangen, wie ihr das vor allem in euch selbst erzieht.

59. Und in euch selbst fängt es damit an, dass ihr es schafft, niemanden zu verurteilen, es schafft, die anderen so anzunehmen, wie sie sind, ihr versucht, dort Stütze zu sein, wo es nötig ist, ungeachtet dessen, was dieser Mensch selber als Antwort geben wird.

60. Denn es ist nicht wichtig, wie man euch antwortet - für jeden von euch ist es wichtig, wie ihr selbst den einen oder anderen Schritt macht. Aus all diesem da soll die Zukunft bestimmt werden, eine wunderbare Zukunft.

61. Also, Ich warte auf eure konstruktiven, interessanten Fragen, wo schon zu sehen ist, dass ihr schon wirklich voranschreitet, dass es schon notwendig wird, euch irgendwelche Begriffe tiefer und breiter zu eröffnen. Aber bis jetzt stellt ihr noch Fragen aus weiter Vergangenheit, aus den ersten Jahren unserer Treffen. Also, seid aufmerksam.

62. Eure Einigkeit, Die Familie – das ist das ganze Thema, das ständig in euch sein muss, denn ihr sollt alles analysieren, was bei euch im Inneren vor sich geht. Was stört euch, einander näher zu sein? Warum entfernt ihr euch voneinander? Wie gut kennt ihr euch? Was tut ihr dafür, um euren Nächsten nützlich zu sein, damit es ihnen wirklich angenehm ist, mit euch zu kommunizieren, damit sie den Freund in euch spüren, nicht aber so einen, der nur daran denkt, wie man irgendjemanden auf die Schippe nehmen kann, irgendeinen Mangel aufdecken kann, so einen, der unbedingt mit dem Finger darauf zeigt.

63. Es gibt Umstände, die man unbedingt berichtigen soll und die ihr eigenes Gesetz haben, zu denen man unbedingt heranwachsen soll. Und es gibt Umstände, wo es keine solch eine Messlatte gibt, und eure Versuche, dort etwas zu berichtigen, sind sinnlos.

64. Darum ist es dabei auch sehr wichtig zu verstehen, wo es in Wirklichkeit passt, etwas aufzuzeigen und wo es überhaupt nicht angebracht ist, weil es dort tatsächlich keine Messlatten gibt und deshalb eine beliebige Äußerung eben in diese Richtung möglich ist. Es kann eben eine beliebige Äußerung sein!

65. Aber so erweitere Ich schon das Thema, es ist sehr umfangreich... Aber das Hauptsächliche ist gerade eure Fähigkeit, vor allem das Göttliche wahrzunehmen. Vergesst nicht diese Hauptsache, um derentwillen sich alles ereignet.

66. Zur Zeit findet in Wirklichkeit eine ernste Prüfung in eurem Leben statt, ihr werdet anhand all der Schwierigkeiten, die ihr erlebt, gut geprüft, sie prüfen euch gut. Also, ihr fangt an, in dieser Flamme euer wahres Wesen zu äußern.

67. Wird aber von diesem Wesen das Überflüssige abgesondert? Denn nur in dieser Flamme entsteht eine gute Möglichkeit, dieses Überflüssige wegzuschaffen. Ihr seid wie das Erz, das schmilzt, weiter aber soll man in diesem geschmolzenen Zustand die Beimischungen absondern.

68. Also, in solch einem brennenden, vielleicht auch sehr schmerzhaften Zustand soll man dieses Überflüssige, das euch wirklich stört, erkennen können und es einfach beseitigen. Sich bemühen, arbeiten, ungeachtet des Schmerzes, ungeachtet psychischer Schwierigkeiten. Und nur dann kann man auch reiner werden.

69. Also, die Zeit läuft, Herausforderungen kommen, ihr werdet geschmiedet. Aber vergesst in dieser Schmiede nicht die Hauptsache, weswegen ihr diesen Schritt gemacht habt. Es wird nicht wenig Zeit benötigt, und daher wird vieles leicht vergessen. Es wird nur das Heiße, das Frische im Gedächtnis behalten, denn das, was einstmals gesagt wurde, gerät leicht in Vergessenheit.

70. Aber bei euch soll so etwas nicht vorkommen. Alles, was mehrfach gesagt wurde, was längst schon gesagt wurde, bleibt aktuell. Darum bemüht euch, vergesst das Hauptsächliche nicht.

71. Das ist alles, Ich wünsche euch Glück. Bis zum nächsten Treffen.“